siehe auch Transtec-Katalog
Übersicht, SCSI-papallel, SCSI-seriell, Storage Area Network, IDE, USB, FireWire, Festplattenlaufwerke, RAID, Disketten, Wechselplatten, Optische Laufwerke, DVD, Backup,
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4.1.1 Einteilung Primär-, Sekundär- und Backup-Datenspeicher
Massenspeicher gibt es in einer kaum überschaubaren Anzahl von
Technologien, die in einer Reihe wichtige Eigenschaften grundlegend
differieren. Sie lassen sich in Primär-, Sekundär- und Backup-Datenspeicher
einteilen. Bei der Wahl des Massenspeichers und des dazu passenden
Hostadapters müssen unter anderem berücksichtigt werden: die Auswahl
der geeigneten Laufwerkstechnologie, Einbau, Hardwareanschluss,
Softwareeinbindung, Performance und Kapazität.
Primär-Datenspeicher: Darunter versteht man Massenspeicher, die auf Daten im Random
Access (direkter Zugriff auf Informationsblöcke, z. B. Magnetplatte)
zugreifen. Zu dieser Gruppe zählen magnetische Festplattenlaufwerke
und RAM-Drives.
Sekundär-Datenspeicher: Das sind wechselbare Massenspeicher, die Daten ähnlich wie Primär-Datenspeicher
speichern. Der direkte Zugriff auf alle gespeicherten Daten ist
jedoch erst nach dem Einlegen des Datenträgers möglich. Zu dieser
Gruppe zählen magnetische und magneto-optische Wechselplattenlaufwerke,
Diskettenlaufwerke und Memory-Card-Drives, CD- und DVD-Laufwerke.
Backup-Datenspeicher: Dazu zählt man in der Regel Massenspeicher, die sequenziell arbeiten.
Der wahlfreie Zugriff auf Dateien und Programme ist nicht möglich,
da die Suche nach Informationsblöcken in der Reihenfolge stattfindet,
in der sie auf dem Datenträger stehen.
SCSI (Small Computer Systems Interface) ist ein in seiner ursprünglichen
Form 8 bit breiter, paralleler, später auch seriell definierter
I/O-Bus, der für den Anschluss von Massenspeicherlaufwerken aller
Art, aber gelegentlich auch von Scannern und anderen Peripheriegeräten
an verschiedenen Rechnersystemen verwendet wird und sehr weite
Verbreitung gefunden hat. Die Vorteile von SCSI waren von Anfang
an eine relativ hohe maximale Übertragungsrate sowie eine flexible
und einfache Konfiguration.
Bei SCSI ist viel Intelligenz im Laufwerk selbst vorhanden, denn
die SCSI-Schnittstelle ist keine Schnittstelle im klassischen
Sinne, sondern ein Peripheriebus, über den Laufwerke und Hostadapter
miteinander kommunizieren. Die erste SCSI-Norm wurde bereits 1986
von ANSI als Standard verabschiedet. Hinter SCSI verbirgt sich
ein dreischichtiges Regelwerk mit Kommando-, Protokoll- und Interfaceebene.
Den Kern von SCSI bilden die so genannten Primary Commands (SPC).
Diese Befehle müssen alle Geräte beherrschen. Darauf aufbauend
existieren spezielle Kommandos für einzelne Gerätegruppen: Controller
Commands (SCC) für Hostadapter, Block Commands (SBC) für Festplatten,
Stream Commands (SSC) für Bandlaufwerke, Multimedia Commands (MMC)
für CD-ROM und Medium Changer Commands sowie die bisher selten
genutzten Graphic Commands (SGC) für graphisch orientierte Geräte
wie Drucker, Plotter und Scanner. Aus diesen Befeheln setzt sich
die so genannte Kommandoebene zusammen. Unterhalb dieser Kommandoebene
auf der Protokollebene liegen die Protokolle der verschiedenen
Schnittstellentypen. Diese logischen Protokolle regeln, wie ein
SCSI-Befehl auf dem jeweiligen Interface abgebildet wird und wie
die einzelnen Geräte miteinander kommunizieren. Das klassische
SCSI-Interface (8 bit- und 16 bit-SCSI) nutzt das Interlocked
Protocol (IPC). Die neuen Interfaces setzen auf eigenen Protokollen
auf: das Serial Storage Protocol (SSP) für SSA sowie das Generic
Packetized Protocol (GPP), die Anbietern anderer Interfaces den
Zugang zu SCSI erleichtern sollen.
Die unterste Ebene schliesslich ist die Interfaceebene, in der
die verschiedenen physikalischen Übertragungsmedien definiert
sind. Der Vorteil dieses modularen Modells zeigte sich bei der
Einführung neuer serieller Technologien: Fibre Channel und SSA
konnten problemlos in den am weitesten verbreiteten Standard,
nämlich SCSI eingebettet werden. Das spart einerseits Kosten und
beschleunigt andererseits die Einführung der neuen Interfaces.
Die Ausdehnung des ursprünglichen, parallelen SCSI (1 und 2) auf
serielle Übertragung wird unter SCSI-3 subsumiert. SCSI-3 ist
im parallelen Bereich abwärtskompatibel. Bei Verwendung der seriellen
Interfaces (Fibre Channel, SSA) werden wesentlich grössere Datentransferraten
erreicht, und die beim parallelen SCSI gegebene Aufteilung in
die schnellere Datenphase (20 MB/s bei Ultra SCSI) und eine langsamere
Befehlsphase (5 MB/s) entfällt.
Im Folgenden sollen nun die verschiedenen Protokolle und Interfaces
näher beschrieben werden (siehe auch Tabelle Platteninterfaces
im Überblick).
Paralleles SCSI: SCSI-1 - SCSI-2 - Ultra SCSI - Ultra2 SCSI - Ultra160 SCSI - Ultra 320 SCSI
Serielles SCSI: SSA - Fibre Channel - Fibre Channel Arbitrated
Loop (FC-AL)
SCSI-1
Die erste verabschiedete SCSI-Norm war SCSI-1. Sie unterstützte
primär nur Festplatten und Bandlaufwerke. Auch hinsichtlich seiner
sonstigen Leistungsdaten ist SCSI-1 nicht mehr konkurrenzfähig.
Der Overhead bei der Datenübertragung liegt bei bis zu 90%. Der
im asynchronen Modus durchgeführte Datentransfer erreichte Transferraten
von maximal 1 MB/s, im synchronen Modus bis 5 MB/s. SCSI-1 wird
seit 1990 nicht mehr verwendet.
SCSI-2
Die SCSI-2 Norm wurde 1986 entwickelt und beinhaltet wesentliche
Verbesserungen. Der SCSI-2-Kommandosatz enthält eine Reihe zusätzlicher
Kommandos, welche die Unterstützung von Festplatten, Band- und
MO-Laufwerken, CD-ROMs, Scannern oder auch Jukeboxen verbessern
bzw. erst ermöglichen. Neben dem neuen standardisierten Kommandosatz
(Common Command Set) enthält die SCSI-2-Spezifikation auch eine
höhere maximale Transferrate von 10 MB/s (Fast-SCSI, mit der üblichen
Busbreite von 8 bit) sowie die Möglichkeit, die Breite des Datenpfades
auf 16 bit (Wide-SCSI) zu erhöhen. Durch eine Kombination von
Fast- und Wide-SCSI sind somit Transferraten von bis zu 20 MB/s
auf dem Bus möglich. Die Angabe der SCSI-2-Unterstützung bei einem
Gerät bedeutet nicht automatisch, dass es dem kompletten SCSI-2-Umfang
(inkl. Fast- und Wide-SCSI) entspricht, jedoch haben aktuelle
Laufwerke in der Regel Fast-SCSI implementiert. Fälschlich wird
teilweise die Wide-SCSI-Version (16 bit breiter Datenbus) von
SCSI-2 als SCSI-3- sowie non-Fast-SCSI-2 als SCSI-1-Norm bezeichnet.
Ultra SCSI
Noch einmal verdoppelt wurde der Transfertakt bei Ultra SCSI,
einer voll abwärtskompatiblen Erweiterung von SCSI-2. Durch die
Verdoppelung der Taktrate auf dem Bus verdoppelt sich auch die
Transferrate auf 20 MB/s (8 bit) bzw. 40 MB/s (16 bit). Dies betrifft
allerdings nur die Datentransferrate. Die Befehlsübertragung geschieht
weiterhin mit 5 MB/s. Auch Stecker und Kabel wurden aus Kompatibilitätsgründen
beibehalten. Die Performancesteigerung hat ihren Preis: Die zulässige
Kabellänge verkürzt sich bei Single-ended auf 1,5 Meter und bei
Differential entsprechend auf 12,5 Meter. Eine aktive Terminierung
ist unbedingt notwendig, um eine störungsfreie Übertragung zu
gewährleisten.
Um dem Anwender die Konfiguration des SCSI-Busses zu erleichtern,
enthält die Ultra SCSI Spezifikation das Feature SCAM (SCSI Configuration
Auto M atically). Das angeschlossene Gerät konfiguriert sich also
selbst. Die Implementierung von SCAM in die Devices ist jedoch
jedem Hersteller selbst überlassen.
Ultra2 SCSI (LVD - Low Voltage Differential)
Produkte mit Ultra2 SCSI sind seit 1998 auf dem Markt. Auch hier
wurde wieder die Datentransferrate verdoppelt, auf 80 MB/s bei
16 bit. Die bisherige 8 bit-Version wird sich nach und nach verabschieden.
Da ausserdem eine weitere Halbierung der Kabellänge bei Single-ended-Verkabelung
den Bus praktisch unbrauchbar machen würde, wurde dieser Standard
nur noch als LVD (Low Voltage Differential) definiert, eine Differenzial-Verkabelung,
die darüber hinaus mit einem Drittel der Signalspannung arbeitet.
Die maximale Kabellänge beträgt hier immerhin noch 12 m.
Um auch diesen Standard mit den bisherigen kompatibel zu halten,
werden Ultra2-Laufwerke mit einer autosensing Schnittstelle ausgerüstet,
die den Betrieb an herkömmlichen Single-ended-Controllern (nicht
an Differenzial) ermöglichen, wenn auch nur mit Ultra SCSI-Geschwindigkeit.
Allerdings verfügen sie nicht über interne Terminierung, was die
Verwendung von separaten Terminatoren auch innerhalb der Rechner
notwendig macht.
Ultra160 SCSI
Ultra160 benutzt die gleiche Verkabelung wie Ultra2 LVD SCSI.
Die Verdoppelung der Transferrate wurde durch die Datenübertragung
an der auf- und absteigenden Flanke des Signals erreicht. Die
effektive Leistung (der Nettodatentransfer) dürfte an die des
momentanen Fibre Channel heranreichen.
Ultra320 SCSI
Obwohl von vielen Seiten gedacht wurde, dass mit Ultra160 das
Ende der Steigerung beim parallelen SCSI erreicht wäre, ist bereits
Ultra320 absehbar, die ersten Hersteller haben ihre Unterstützung
und Produkte schon angekündigt.
SCSI-3
SCSI-3 beinhaltet sowohl die Normen des parallelen SCSI als auch
die der weiter unten beschriebenen seriellen Interfaces.
SCSI-Schnittstellen
Die parallele SCSI-Schnittstelle gibt es in unterschiedlichen
Varianten (siehe Tabelle), die sich in der Art der Datenübertragung
unterscheiden. SCSI-Signale können entweder auf 8 bit (Narrow)
oder 16 bit (Wide-SCSI) breiten Bussen übertragen werden. Bis
zu 7 Laufwerke können am 8 bit-Bus angeschlossen werden, bis zu
15 Laufwerke am 16 bit-Bus. Beide Busbreiten verfügen wiederum
über die Verkabelungsarten Single-ended (SE) oder Differenzial
(D). Bei SE-SCSI wird jedes Signal nur auf einer, bei D-SCSI dagegen
auf zwei untereinander verdrillten Leitungen übertragen. Letztere
sind daher gegen elektrische Einflüsse unempfindlicher. Die Vorteile
von D-SCSI sind bessere Störsicherheit und, daraus resultierend,
grössere Kabellängen . Nachteilig sind lediglich die - im Vergleich
zu SE-SCSI - höheren Kosten für Laufwerke und Hostadapter.
Bei der Auswahl eines Subsystems ist zu beachten, dass die SCSI-Schnittstelle
des Hostadapters mit der des Laufwerks übereinstimmt. Grundsätzlich können 8 bit-Geräte an einen 16 bit-Bus angeschlossen
werden, jedoch sind dabei eine ganze Reihe besonderer Konfigurationsregeln
zu beachten. Single-ended- und Differential- oder LVD-SCSI können
nicht gleichzeitig am Bus betrieben werden. Der Versuch kann zu
Schäden an Laufwerk und Controller führen. Lediglich LVD-Laufwerke
stellen sich selbstständig auf Single-ended um.
Synchroner und asynchroner Datentransfer
Bei parallelem SCSI gibt es den asynchronen und den schnelleren
synchronen Datentransfer. Beim asynchronen Datentransfer wird
jedes Byte separat gesendet und bestätigt, während beim synchronen
Transfer mehrere Bytes auf einmal gesendet und dann gemeinsam
bestätigt werden. Dadurch ist der Overhead beim synchronen Übertragungsmodus
kleiner und die Transferrate höher. Grundsätzlich können alle
Peripheriegeräte asynchron arbeiten. Synchronlaufwerke bzw. -Controller
stellen vor dem Datenaustausch beim so genannten handshaking fest,
ob der andere Kommunikationspartner auch synchronen Transfer beherrscht,
und benutzen dann automatisch die entsprechende Datentransferart.
Heutige SCSI-Laufwerke und Hostadapter unterstützen in der Regel
die Synchronübertragung.
Kabel für paralleles SCSI
Um einen problemlosen und fehlerfreien Datentransfer zu ermöglichen,
sind einige grundsätzliche Dinge bereits bei der Auswahl des richtigen
SCSI-Kabels zu beachten: Die SCSI-Kabel müssen nach UL (Underwriter
Laborities) und CSA (Canadian Standard Association) spezifiziert
sein. Die einzelnen Drähte des Kabels müssen aus Kupferlitze bestehen
(besser Kupfer verzinnt). Sie müssen paarweise verdrillt und zusätzlich
sollte das Kabelbündel noch einmal über die Länge von max. 1 m
verdrillt sein. Das gesamte Kabel braucht weiter eine doppelte
Abschirmung. Dies wird in der Regel durch eine Silberfolie und
ein zusätzliches Drahtgeflecht über dem Kabelbündel erreicht.
Werden mehrere Peripheriegeräte an einen SCSI-Bus angeschlossen,
sollten die einzelnen Verbindungskabel möglichst kurz sein und
optimalerweise dieselbe Länge haben. Dadurch wird die Störanfälligkeit
des Busses reduziert.
Da die Übertragung der SCSI-Daten bei Wide-SCSI mit 16 anstelle
von 8 bit stattfindet, reichen die vorhandenen Leitungen im normalen
50poligen SCSI-Kabel nicht aus. Wide-SCSI verwendet deshalb 68polige
Kabel.
Da es bei den Kabeln keinen Unterschied zwischen Single-ended
und Differential SCSI gibt, können die Kabel für beide Schnittstellentypen
verwendet werden.
Terminierung der Subsysteme
Mit wachsender Übertragungsrate steigen auch die Anforderungen
an die Datenkabel und an die SCSI-Bus-Terminierung. Differential-SCSI
und aktive Terminierung gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Aktive Terminatoren arbeiten im Gegensatz zu den passiven Terminatoren mit einem integrierten Spannungsregler. Sie halten die Terminatorpowerleitung
mit aktiven Bauelementen auf genau 2,85 V. Bei passiver Terminierung
werden sie mit einem passiven Spannungsteiler auf etwa 3 V gehalten.
So kann die Spannung im Kabel je nach Kabeltyp und -länge stark
schwanken.
Der Forced Perfect Terminator (FPT) ist eine vor allem in der IBM-Welt (RS/6000) verwendete
Variante der aktiven Busterminierung. Hierbei wird die Impedanz
des SCSI-Busses dynamisch angepasst. Wenn allerdings FPT verwendet
wird, so muss dies auf beiden Seiten des Busses - also auch auf
der Host-Adapter-Seite - geschehen. Grundsätzlich wird die Verwendung
von aktiven Terminatoren empfohlen, da diese im Gegensatz zur
passiven Terminierung wesentlich störsicherer sind.
Anschluss von Subsystemen
Beim Anschluss von externen SCSI-Subsystemen gibt es folgende
Möglichkeiten:
1. Bisher ist noch kein externes Subsystem am SCSI-Port angeschlossen:
In diesem Fall benötigt man ein entsprechendes SCSI-Kabel für
die jeweilige Rechnerplattform. Bei allen externen Subsystemen
werden im Preislistenteil Kabeltauschoptionen für die entsprechende
Rechnerplattform angeboten. So sind anstelle der Standardkabel
auch Kabel mit dem in der Preisliste angegebenen Steckern erhältlich.
Das Subsystem lässt sich auf diese Weise direkt mit dem richtigen
Stecker an den jeweiligen Rechnertyp anschliessen. Die unterschiedlichen
Steckertypen sind im Kapitel SCSI-Kabel und -Terminatoren abgebildet.
Des Weiteren wird noch ein Terminator mit HD68-Stecker benötigt.
Immer muss auch die maximale Kabellänge berücksichtigt werden,
wobei Kabel in den Gehäusen (Rechner, Platten etc.) mitzuzählen
sind.
2. Externe Subsysteme sind bereits vorhanden und mit HD68-Steckern
ausgerüstet: Mit dem mitgelieferten Kabel kann das neue Subsystem
beliebig an die bestehenden Subsysteme angehängt bzw. zwischen
diese eingefügt werden.
3. Externe Subsysteme sind bereits vorhanden, haben aber keinen
HD68-Stecker: Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten:
- Man schliesst das neue Subsystem an die letzte vorhandene Box an. Hierzu muss mittels einer Tauschoption das Standardkabel gegen ein Kabel mit passendem Stecker getauscht werden. Zusätzlich wird dann noch ein entsprechender Terminator mit Stecker benötigt.
- Das neue Subsystem wird als erstes direkt an den Rechner angeschlossen. In diesem Fall wird, wenn nötig, das Standardkabel gegen ein Kabel mit einem für den Rechner passenden Stecker getauscht. Ausserdem wird dann noch ein zusätzliches Kabel zum Anschluss des neuen Subsystems an die bereits vorhandenen benötigt. Passende Kabel hierfür sind in dem Kapitel SCSI-Kabel und -Terminatoren aufgelistet.
Fibre Channel
Der Name Fibre Channel ist etwas irreführend, denn der serielle
Bus ist nicht nur für Lichtleiter, sondern auch für Kupferkabel
spezifiziert. Auf beiden Medien sind Übertragungsraten von 12.5
MB/s bis hin zu etwa 400 MB/s vorgesehen. Die physikalische Transferrate
liegt mit 132 Mbit/s bis 2 Gbits/s noch etwas höher. Die daraus
resultierende etwas höhere Bruttodatenrate wird für einen 8-zu-10-bit-Code
genutzt, der eine einfache Fehlererkennung erlaubt. Innerhalb
eines Fibre Channel-Systems können verschiedene Kabelarten gemischt
werden. Die einfachste Variante ist ein abgeschirmtes Twisted-Pair-Kabel.
Grosse Distanzen oder höhere Transferraten erfordern wahlweise
Kupfer- oder Glasfaserkabel. Somit lassen sich mit ein und demselben
Interface sowohl Low-End- und Low-Cost-Systeme als auch High-End-Systeme
aufbauen. Die Glasfaserverbindungen werden über einen Duplex-SC-Stecker
angeschlossen, die Kupferverkabelung über einen DSub 9pol.-Stecker
und die Twisted-Pair-Kabel mittels eines 9-poligen HSSDC (High
Speed Serial DC) Stecker.
Fibre Channel ist die allgemeine Bezeichnung für eine Normenreihe,
die von der ANSI (American National Standards Institute) entwickelt
wurde und weiterentwickelt wird, um neue Protokolle für eine flexible
Informationsübertragung zu schaffen. Diese Entwicklung begann
im Jahr 1988 als Erweiterung der Norm Intelligent Peripheral Interface
(IPI) Enhanced Physical und verzweigte sich in mehrere Richtungen.
Die vorrangigen Ziele dieser Entwicklung sind:
Fibre Channel ist in Systemen unterschiedlichster Grössen zu finden,
doch derzeit wird es zunächst in Grossrechnersystemen Anwendung
finden und später in Workstations. Auf preiswerten PCs dürfte
es kaum verwendet werden, doch später wird es in den Desktopsystemen
von Profianwendern implementiert werden, die an Netzwerke angeschlossen
sind.
Gegenwärtig sind systemgebundene Lichtwellenleiter-Schnittstellen
in einigen Desktopsystemen und Workstations zu finden. Die Anwendung
sehr schneller Fibre Channel-Schnittstellen wird zunehmen, sobald
ihre Geschwindigkeit und ihre Funktionen diesen Anwendern bekannt
werden. Dazu zählen auch kleine Arbeitsgruppen, die zwecks Datenaustausch
mit Hochgeschwindigkeitsleitungen vernetzt werden müssen.
Zu nennen sind zwei grundlegende Peripherieprotokolle für die
Gerätekommunikation: Kanäle und Netzwerke. Üblicherweise bezieht
sich der Begriff Kanal auf eine periphere E/A-Schnittstelle (mit
einem Hostcomputer), die grosse Datenmengen zwischen dem Host
und dem Peripheriegerät hin- und hertransportiert. Der Systemverarbeitungsaufwand
wird so gering wie möglich gehalten, indem die Datenübertragung
in der Hardware mit geringer bis gar keiner Software-Beteiligung
gehalten wird, sobald eine E/A-Operation beginnt. Dagegen bezieht
sich der Begriff Netzwerk auf eine E/A-Schnittstelle, die in der
Regel zahlreiche kleine Übertragungen mit grösserem Systemverarbeitungsaufwand
impliziert, der in der Regel auf eine Software-Beteiligung am
Informationsfluss zurückzuführen ist. Netzwerke unterstützen in
der Regel eine Host-to-Host-Kommunikation.
Kanäle
Kanäle operieren in der Regel in einer geschlossenen, strukturierten
und vorhersehbaren Umgebung, in der alle Geräte, die mit einem
Host kommunizieren können, im Voraus bekannt sind, und jede Änderung
erfordert auch Modifikationen der Host-Software bzw. der Konfigurationstabellen.
Diese komplexeren Wissensstufen werden von den meisten Kanälen
bewältigt.
Das Host-System enthält das gesamte Wissen der an diesen Host
angeschlossenen Kanäle. Gelegentlich wird hierfür auch die Bezeichnung
Master-Slave-Umgebung verwendet. Peripheriegeräte wie Band- und
Plattenlaufwerke sowie Drucker sind direkt an das Host-System
angeschlossen. Der Host ist dabei der Master, und die Peripheriegeräte
sind die Slaves.
Kanäle werden für die Datenübertragung benutzt. Mit dem Begriff
Daten sind Dateien mit Informationen gemeint, die viele Tausend
Byte umfassen können. Eine wichtige Anforderung für die Übertragung
von Daten ist die fehlerfreie Übergabe, wobei die Übertragungsverzögerung
zweitrangig ist.
Netzwerke
Auf der anderen Seite arbeiten Netzwerke in einer offenen, unstrukturierten
und im Grund genommen unberechenbaren Umgebung. Fast jeder Host
bzw. jedes Gerät kann jederzeit mit jedem anderen Gerät kommunizieren.
Diese Situation erfordert eine intensivere Software-Unterstützung
zur Prüfung der Zugangsberechtigung, zur Einrichtung von Übertragungssitzungen
und für Routing-Transaktionen zum richtigen Software-Dienst.
Diese unstrukturierte Umgebung, die davon ausgeht, dass die angeschlossenen
Geräte alle gleichberechtigt sind, wird Peer-to-Peer-Umgebung
genannt. Mehrere Workstations und Mainframe-Computer können vernetzt
werden. Dabei ist jedes System unabhängig vom anderen, und gelegentlich
tauschen sie mit Hilfe von Netzwerkprotokollen Informationen aus.
Eine Workstation und ein Mainframe sind im Verhältnis zu anderen
derartigen Systemen gleichberechtigt. Insofern ist diese Umgebung
vergleichbar mit der Art und Weise, wie das Fernsprechsystem arbeitet,
bei dem alle Fernsprechgeräte gleichberechtigt sind. Analogien
zum Fernsprechsystem werden daher gerne gebildet.
Netzwerke werden nicht nur zur fehlerfreien Datenübermittlung,
sondern auch zur Sprach- und seit kurzem zur Videoübertragung
genutzt, bei der die rechtzeitige Übergabe vorrangig und eine
fehlerfreie Übergabe zweitrangig ist. Wenn die Übergabe beispielsweise
bei einer Videoübertragung verspätet erfolgt, werden die Daten
nutzlos; wenn jedoch ein oder zwei Pixel verloren gehen, wird
dies gar nicht bemerkt, solange das Bild nicht flimmert.
Unterstützte Protokolle
Fibre Channel versucht, die besten Aspekte dieser beiden konträren
Kommunikationsverfahren in einer neuen E/A-Schnittstelle zu kombinieren,
die die Bedürfnisse von Kanalbenutzern und zugleich von Netzwerkbenutzern
erfüllen.
Fibre Channel unterstützt die Übertragung von ATM (Asynchronous
Transfer Mode), IEEE 802 und sonstigem Netzwerkverkehr. Alle,
die mit Internet Protocol (IP), E-Mail, File Transfer, Fernanmeldungen
und sonstigen Internet-Diensten vertraut sind, werden feststellen,
dass diese Protokolle in Fibre Channel mit höheren Geschwindigkeiten
unterstützt werden.
Hierbei handelt es sich um wichtige Aspekte für den Anschluss
von Systemen, die auf Fibre Channel-Basis arbeiten, an die wichtigsten
globalen Netzwerke sowie an bereits von Unternehmen installierten
LANs. Dazu zählen SONET-basierte Systeme und LANs wie Ethernet.
Ein wichtiger von Fibre Channel geleisteter Beitrag besteht darin,
dass diese beiden Schnittstellentypen, d. h. Kanäle und Netzwerke,
jetzt das gleiche physikalische Medium teilen können. In den letzten
Jahren wurden E/A-Kanäle dahingehend ausgebaut, dass sie Netzwerkanwendungen
mit einschliessen (z. B. mit Hilfe von SCSI, um zwei Workstations
zu vernetzen). In gleicher Weise bewegen Netzwerke mit Hilfe von
Netzwerk-Dateitransferprotokollen Daten zwischen Systemen und
Dateiservern hin und her (z. B. Network File System (NFS).
Mit Fibre Channel ist es jetzt möglich, dasselbe physikalische
Medium und dasselbe physikalische Transportprotokoll über einen
gemeinsamen Hardware-Port zu benutzen, um sowohl Kanal- als auch
Netzwerkaktivitäten zu verwalten. Es ist möglich, Informationen
an ein Netzwerk zu senden, das über Fibre Channel an die Rückwand
einer Workstation angeschlossen ist, und zugleich Fibre Channel
zu benutzen, um intern mit den lokalen Peripheriegeräten zu kommunizieren
(z. B. mit Platten- und Bandlaufwerken).
Protokollmerkmale von Fibre Channel: Fibre Channel enthält keinen
Befehlssatz wie beispielsweise SCSI und IPI, sondern stellt einen
Mechanismus zur Verfügung, um andere Protokolle auf Fibre Channel
aufzusetzen. Dies ist möglich, indem Fibre Channel als Träger
für diese Befehlssätze dient, und zwar so, dass der Empfänger
zwischen beiden unterscheiden kann. Dies impliziert, dass diverse
Befehlssätze älterer E/A-Schnittstellen, für die bisher Software-Investitionen
erforderlich waren, direkt auf Fibre Channel angewendet werden.
Die Trennung der E/A-Operationen von der physikalischen E/A-Schnittstelle
ist ein wichtiges Leistungsmerkmal von Fibre Channel und ermöglicht
die simultane Benutzung unterschiedlicher Befehlssätze. Die verschiedenen
Befehlssätze, wie z. B. SCSI, IPI-3, IP etc., werden üblicherweise
an Ihren eigenen, speziellen Schnittstellen verwendet. Fibre Channel
definiert hingegen einen einzigen gemeinsamen, physikalischen
Übertragungsmechanismus für diese Befehlssätze.
Fibre Channel
- ist sich des Inhalts oder der Bedeutung der gerade übertragenen
Informationen nicht bewusst
- erhöht die Konnektivität von Dutzenden auf Hunderte oder sogar
Tausende von Geräten - vergrössert den Maximalabstand zwischen
den Geräten - erhöht die Übertragungsrate um das Vier- bis Fünffache
gegenüber den verbreitetsten Kanälen und um das Hundertfache gegenüber
gängigen Netzwerken.
In den folgenden Abschnitten wird beschrieben, wie Fibre Channel
den Aufbau eines Netzwerks erlaubt.
Vernetzungstopologien
Fibre Channel-Geräte werden auch Knoten (engl. nodes) genannt,
von denen jeder mindestens einen Port hat, um einen Zugang zur
Aussenwelt (d. h. zu einem anderen Knoten) zu schaffen. Die Komponenten,
die zwei oder mehr Ports miteinander verbinden, werden unter der
Bezeichnung Topologie zusammengefasst. Alle Fibre Channel-Systeme
besitzen lediglich diese beiden Elemente: Knoten mit Ports und
Topologien.
Jeder Fibre Channel-Port verwendet ein Leiterpaar - einen Leiter,
um zum Port gehende Informationen zu übertragen, und einen, um
vom Port kommende Informationen zu übertragen. Bei Fibre Channel
handelt es sich entweder um elektrische Leiter oder um Lichtwellenleiter.
Dieses Faserpaar wird Verbindung (engl. link) genannt und ist
Bestandteil jeder Topologie. Siehe Abbildungen 2 bis 4.
Daten werden immer in Einheiten (so genannten Frames oder Rahmen)
über diese Verbindungen übertragen. Die Fibre Channel-Norm definiert
drei Topologien, doch liegt die Betonung vor allem auf einer Topologie,
die auch Fabric-System genannt wird und als Erstes beschrieben
werden soll.
Fabric-Topologie
Ein Fabric-System (siehe Abbildung 2) erlaubt dynamische Kopplungen
zwischen Knoten über die an dieses System angeschlossenen Ports.
Zu beachten ist, dass der Begriff Fabric in dieser Anwendung als
Synonym für die Begriffe Switch bzw. Router gelten kann. Jeder
Port in einem Knoten, ein so genannter N_Port oder NL_Port, ist
an das Fabric-System über eine Verbindung angeschlossen. Jeder
Port in einem Fabric-System wird F_Port genannt. Jeder Knoten
kann mit jedem anderen, an andere F_Ports desselben Fabric-System
angeschlossenen Port mit Hilfe der Dienste des Fabric-Systems
kommunizieren. Bei dieser Art von Topologie werden alle Leitwegoperationen
für die Rahmen vom Fabric-System anstelle der Ports durchgeführt.
Dieser Jeder-mit-jedem- bzw. Peer-to-Peer-Dienst ist ein wesentlicher
Bestandteil der Auslegung des Fibre Channels. Ein System, das
für Peer-to-Peer-Dienste ausgelegt wurde, kann so verwendet werden,
dass das Master-Slave-Kommunikationsverfahren des Typs Host emuliert
wird. Auf diese Weise kann Fibre Channel Kanal- und Netzwerkprotokolle
simultan unterstützen.
Wie ein Fernsprechsystem
Die Funktion des Fabric-Systems ist der eines Fernsprechsystems
vergleichbar - wir wählen irgendeine Rufnummer, das Fernsprechsystem
findet den Pfad zum gewünschten Zielanschluss, der Rufton ertönt,
und der Angerufene antwortet. Wenn eine Vermittlungsstelle oder
Verbindung abstürzt, leitet das Fernsprechunternehmen die Anrufe
über andere Pfade um, was der Anrufer selten bemerkt. Die meisten
von uns wissen nichts von den Zwischenverbindungen, die das Fernsprechunternehmen
schaltet, um unseren einfachen Anruf erfolgreich werden zu lassen.
Wir geben dem Fernsprechunternehmen jedoch einige Hinweise zu
unserem Anruf. Die Rufnummer beginnt beispielsweise (in den U.S.A.)
mit der Ziffer 1 - gefolgt von zehn Ziffern in Form einer Ortsvorwahl-
(3), Vermittlungsstellen- (3) sowie Teilnehmernummer (4). Wenn
am Anfang der Rufnummer nicht die Ziffer 1 steht, gilt der Anruf
innerhalb des Ortsvorwahlbereichs des Anrufers, und es werden
lediglich sieben Ziffern verwendet. Diese Hinweise helfen der
Fernsprechgesellschaft, die Verbindung herzustellen. Die Rufnummer
entspricht dem Fibre Channel-Adress-ID. Ein Teil des Adress-ID
wird verwendet, um die betreffende Domain des Fabric-Systems zu
bestimmen, und der Rest dient dazu, den speziellen Port zu ermitteln.
Zu beachten ist, dass das Fernsprechsystem nicht am Inhalt des
Gesprächs zwischen den beiden Fernsprechteilnehmern beteiligt
ist (bzw. von ihm betroffen ist); es sorgt lediglich für die Herstellung
der Verbindung. In gleicher Weise sorgt Fibre Channel für die
Verbindung, und die aufgesetzten Protokolle (z. B. SCSI oder IPI)
tragen die Befehle. Diese Protokolle spielen eine ähnliche Rolle
wie die Sprachen in Fernsprechsystemen. Fibre Channel und die
anderen Protokolle sollten als integraler Bestandteil des Informationsaustauschs
gesehen werden.
Der Weg von A nach C
Die Komplexität eines Fabric-Systems ist vergleichbar mit der
von Vermittlungsstellen des Fernsprechsystems; die entsprechenden
Fabric-Geräte werden Fabric-Elemente genannt. In Abbildung 2 wird
nur ein Fabric-Element mit vier F_Ports dargestellt, die mit a,
b, c und d gekennzeichnet sind. Wenn Knoten A mit Knoten C sprechen
muss, wird die Information zunächst an das Fabric-System in F_Port
a gesandt. Das Fabric-System stellt eine interne Verbindung oder
eine Reihe von Verbindungen zu F_Port c her. Die Information wird
dann an Knoten c gesandt. Es ist u. U. erforderlich, mehrere Fabric-interne
Pfade auszuwählen, ehe man zu F_Port c gelangt.
Das Fabric-System kann aus einem einzigen oder mehreren Fabric-Elementen
bestehen. Wie bei Fernsprechsystemen wissen wir nicht (bzw. kümmern
uns nicht darum), durch wie viele Switches (Vermittlungsstellen)
wir gehen müssen, solange wir mit der richtigen Zielstation verbunden
werden.
Ein Fabric-System wird auch vermittelte Topologie oder Koppelpunkt-Vermittlungstopologie
genannt. Die Leitweglenkung (Routing) über verschiedene Switches
erfolgt, indem die Fabric-Elemente das Zieladresse-ID im Rahmen
interpretieren, sobald es in jedem Fabric-Element ankommt.
Das Fabric-System lässt sich physikalisch als einzelnes Fabric-Element
mit mehreren F_Ports implementieren (wie aus Abbildung 2 ersichtlich),
oder es kann als eine Reihe mehrerer derartiger, untereinander
verbundener Fabric-Elemente implementiert werden. Die Leitweglenkung
bzw. Vermittlung jeder Kopplung ist transparent für die beiden
N_Ports, die über F_Ports an die Fabric-Aussenkante angeschlossen
sind.
Wenn die Topologie getrennt von den Knoten ist, wie dies beim
Fernsprechsystem und Fibre Channel der Fall ist, können neue Technologien
für die Leiter eingeführt werden. Neue Geschwindigkeiten und neue
Funktionen können im Fabric-System implementiert werden, ohne
dass dadurch alle vorhergehenden Investitionen in vorhandene Knoten
verlorengehen. Fibre Channel erlaubt die Kombination von Zusatzgeräten
mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten oder Eigenschaften.
Andere Topologien
Neben der Fabric-Systemtopologie definiert die Fibre Channel-Norm
zwei weitere Topologien. Die eine trägt die Bezeichnung Point-to-Point-Topolopie
(siehe Abbildung 3) mit nur zwei angeschlossenen Ports. In diesem
Fall findet keine Leitweglenkung statt. Die dritte Topologie heisst
Arbitrated Loop (siehe Abbildung 4). Hierbei handelt es sich um
eine einfache und preisgünstige Topologie für den Anschluss mehrerer
Dutzend NL_Ports an einen Loop. Die Ports in einer Arbitrated-Loop-Topologie,
die NL_Ports und FL_Ports heissen, unterscheiden sich geringfügig
von den N_Ports und F_Ports. Sie beinhalten alle Funktionen von
N_Ports und F_Ports und können ordnungsgemäss in einem Fabric-System
arbeiten. Beim FL_Port handelt es sich um einen Port in einem
Fabric-System, der das Arbitrated Loop-Protokoll verarbeitet.
Beim Arbitrated Loop sieht jeder Port alle Meldungen (wie beim
Token-Ring-Protokoll) und übergeht und ignoriert diejenigen Meldungen,
die kein Token Acquisition-Protokoll besitzen.
Um die Funktion einer Fabric-Systemtopologie besser verständlich
zu machen, soll im Folgenden die Analogie zum Fernsprechsystem
weitergeführt werden: Sie wählen die Rufnummer eines Freundes.
Dazu brauchen Sie den genauen Leitweg nicht zu kennen, den das
Fernsprechsystem bis zum Haus Ihres Freundes verfolgt, wenn Sie
ihn anrufen. Die Leitweglenkung besorgt das Fernsprechsystem.
Das Fabric-System von Fibre Channel hat die gleiche Funktion:
Man gibt eine Zieladresse ein, und das Fabric-System leitet die
Daten zum Ziel-N_Port.
Wenn Sie eine falsche Rufnummer wählen, teilt Ihnen das Fernsprechunternehmen
mit, dass es unter dieser Nummer keinen Anschluss gibt. Das Fabric-System
weist Rahmen für ungültige Ziele in vergleichbarer Weise zurück.
So wie das Fernsprechunternehmen zahlreiche Leitwege zwischen
unterschiedlichen Punkten konfigurieren kann und dies auch tut,
um einen zuverlässigen Dienst bereitzustellen, kann ein Fabric-System
zahlreiche Pfade zwischen Fabric-Elementen haben, um den Verkehr
abzuwickeln. Dies ermöglicht auch die Bereitstellung von Reservepfaden
für den Fall, dass ein Element oder eine Verbindung ausfällt.
Die Fabric-System- und Arbitrated Loop-Topologien von Fibre Channel
können miteinander in einem System gemischt werden, um den Knoten
eine Vielzahl von Dienst- und Leistungsgraden zu verleihen. Zudem
kann das Fabric-System andere Netzwerke wie etwa SONET oder ATM
über SONET zwischen Fabric-Elementen benutzen, um Abstände zwischen
Knoten zu überbrücken, die zu gross sind, als dass sie von der
Verbindung zwischen N_Ports bewältigt werden könnten. Diese speziellen
Verbindungen können zwischen Fabric-Elementen bestehen, die über
ein grösseres geografisches Gebiet verteilt und nicht direkt an
Knoten angeschlossen sind.
Die Fähigkeit, andere Typen von Verbindungen zwischen Fabric-Elementen
hinzuzufügen, die Erweiterungsports bzw. E_Ports genannt werden,
erhöht den Wert jedes an das Fabric-System angeschlossenen Laufwerks.
Bestimmte Attribute von Fibre Channel und eines Fabric-Systems
ermöglichen es Ports mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und
Medientypen, miteinander entweder über kurze oder lange Entfernungen
zu kommunizieren, wenn ein Fabric-System vorhanden ist.
Im Fabric-System selbst können auch Technologieverbesserungen
implementiert werden, ohne dass die N_Ports in irgendeiner Weise
verändert werden müssen. Der Grossteil des Nutzens der neuen Technologie
wird aufgrund der höheren Geschwindigkeit indirekt an die Knoten
weitergegeben, da die Geschwindigkeit, die Zuverlässigkeit bzw.
die Kommunikationsdistanz innerhalb des Fabric-Systems erhöht
werden.
Wie viele N_Ports können implementiert werden? Das Fabric-System
wird lediglich durch die Zahl der N_Ports begrenzt, die im Zieladressfeld
im Header des Rahmens genannt wird. Diese Begrenzung liegt bei
etwas mehr als 16 Millionen Ports, die gleichzeitig bei einem
Fabric-System mit 24-bit-Adress-ID angemeldet werden können. Bei
einzelnen integrierten Systemen dürfte dies alle Erfordernisse
für eine ganze Weile abdecken.
In der Fabric-Systemtopologie ist der Adress-ID in drei Teile
unterteilt: Domain (8 bit), Gebiet (8 bit) und Port (8 bit), was
insgesamt 24 bit ergibt. Diese Bestandteile sind vergleichbar
mit denen einer Rufnummer mit Ortsvorwahl-, Vermittlungsstellen-
und Teilnehmernummer.
Funktionsschichten
Manche Themen gehören einfach naturgemäss zusammen, was auch für
Fibre Channel gilt. Aspekte, die mit dem Aufbau zuverlässiger
und prüfbarer Lichtwellenleiter-Verbindungen zu tun haben, haben
wenig mit der Frage zu tun, wie Probleme aufgrund eines verloren
gegangenen Rahmens behoben werden können. Diese unterschiedlichen
Interessengebiete werden in der Fibre Channel-Norm Funktionsschichten
genannt. Definiert werden in dieser Norm fünf Schichten, die jeweils
mit FC-x gekennzeichnet sind.
FC-0 definiert die physikalischen Fibre Channel-Anteile, einschliesslich
der Medientypen, Anschlüsse sowie der elektrischen und optischen
Leistungsmerkmale, die für die Port-Anschlüsse benötigt werden.
Diese Schicht ist in der FC-PH-Norm beschrieben.
FC-1 definiert das Übertragungsprotokoll, einschliesslich der
8B/10B-Kodierung, der Reihenfolge der Wortübertragung und der
Fehlererfassung. Diese Schicht ist in der FC-PH-Norm beschrieben.
FC-2 definiert das Signalisierungs- und Framingprotokoll, einschliesslich
Rahmen-Layout, Inhalt des Rahmen-Headers und Anwendungsregeln.
Es definiert zudem bestimmte protokollunabhängige Rahmen und Protokolle
wie etwa die Benutzeranmeldung (Login). Die FC-PH-Norm besteht
überwiegend aus der Beschreibung dieser Schicht.
FC-3 definiert gemeinsam genutzte Dienste, die an verschiedenen
Ports in einem Knoten verfügbar sein können. Für diese Schicht
gibt es keine Norm.
FC-4 definiert das Mapping zwischen den unteren Fibre Channel-Schichten
und den Befehlssätzen, die Fibre Channel benutzen. Hier finden
Sie SCSI, IPI-3, HIPPI und SBCS. Jeder dieser Befehlssätze erhält
eine gesonderte Norm, da interessierte Dritte nicht unnötig mit
systemfremden Informationen befasst werden sollen. Wenn Sie mit
SCSI-3 arbeiten, sind Sie vermutlich nicht an IPI-3 oder HIPPI
interessiert.
HIPPI (High Performance Parallel Interface)
Eines der ursprünglichen Ziele von Fibre Channel bestand darin,
HIPPI durch eine serielle Hochgeschwindigkeitsschnittstelle zu
ersetzen. Der Begriff parallel rührt noch vom ursprünglichen Verkabelungssystem
her, das aus zwei Sätzen paralleler Kabel bestand. Bei HIPPI handelt
es sich um ein Vollduplex-Protokoll, das vorrangig dazu dienen
sollte, grosse Datenmengen mit geringem oder keinem Systemverarbeitungsaufwand
zu transportieren.
HIPPI hat keinen systemeigenen Befehlssatz. Es hat lediglich Quellen
und Ziele, doch in der Regel wird IPI-3 verwendet, wenn ein Befehlssatz
erforderlich ist. Weitere Informationen zu IPI-3 enthält der folgende
Abschnitt. HIPPI arbeitet mit 100 MB/s in beiden Richtungen über
kurze Parallelkabel. Zeitweise wurde an der Definition eines seriellen
HIPPI gearbeitet, doch wurde diese Arbeit unterbrochen, als die
Entwicklung von Fibre Channel begann.
IPI-3 (Intelligent Peripheral Interface -3)
In der Bezeichnung IPI-3 steht die Zahl 3 nicht für "Version 3".
IPI definiert - als Normenfamilie - verschiedene Schichten. Level
3 gilt als die geeignete Schicht für die Übertragung von Befehlen
und Daten, wenn intelligente Geräte an das System angeschlossen
sind. IPI-3 erlaubt auch die Datenübertragung über grosse Entfernungen,
da während der Datenübertragung kein Takten erforderlich ist.
Bei der Parallelversion von IPI-3 handelt es sich um ein Halbduplex-Protokoll.
In der Fibre Channel-Version von IPI-3 bleibt dieser Halbduplex-Charakter
erhalten. IPI-3 erlaubt zudem das Einreihen verschiedener vom
Master kommender Befehle in eine Warteschlange im Slave. IPI-3
spezifiziert eine Geschwindigkeit von bis zu 100 MB/s auf kurzen,
parallelen Kupferkabeln. IPI-3 definiert Befehlssätze für jede
von IPI-3 unterstützte Geräteklasse.
SBCS (Single Byte Command Set)
SBCS überträgt - wie es der Name schon sagt - Befehle, die nur
ein einzelnes Informationsbyte haben. Es handelt sich hierbei
um ein parallel arbeitendes Halbduplex-Protokoll, das viel von
diesem Charakter in seiner Fibre Channel-Implementierung beibehält.
SBCS wurde vom IBM-Byte/Block-Multiplexerkanal abgeleitet, der
seinen Ursprung in IBM-Systemen der 70er Jahre hat. Es ist auch
heute noch beliebt, und es gibt eine IBM-spezifische Version namens
ESCON, die mit Fasern und 8B/10B-Kodierung arbeitet und eine Geschwindigkeit
von 20 MB/s in beiden Richtungen erreicht. ESCON besitzt zudem
vordefinierte Schalter, die ähnlich wie der im nächsten Abschnitt
beschriebene Class-1-Dienst funktionieren. Der Befehlssatz ist
bei SBCS nicht normiert; lediglich die Mechanismen zum Senden
von Befehlen, Status- und Prüfdaten sind definiert. Jedes Produkt
kann seine eigenen Befehle innerhalb der Klasse für Lesen, Schreiben,
Lesewiederholkontrolle, Steuerung und Prüfung definieren.
Zusatz Fibre Channel Arbitrated Loop (FC-AL)
Eine abgespeckte Version des Fibre Channel ist der Fibre Channel-AL.
AL bedeuted Arbitrated Loop und beschreibt die Topologie dieses
für lokale Geräte und Disc Arrays entworfenen Fibre Channel-Typs.
Die max. 127 Loop-Ports (NL-Ports) sind als Ring angeordnet. Der
Datenaustausch ist nur als Point-to-Point-Verbindung möglich.
Jedes Datenpaket gelangt zunächst über den Read-Port in das Device.
Dieses prüft, ob es die Informationen bearbeiten soll. Wenn nicht,
schickt es sie über den Write-Port wieder hinaus. Um diesen Datentransfer
zu veranlassen, muss sich das Device zunächst um die Kontrolle
über den Bus bemühen. Paralleler Datenaustausch mehrerer Geräte
(wie bei der allgemeinen Fibre Channel Definition) ist nicht möglich.
Um Disk Arrays besser handhaben zu können, unterstützt der FC-AL
neben der normalen Kabelverbindung auch die Backplane-Architektur.
Die Festplatten werden über einen 40-poligen SCA (Single Connector
Attachment)-Stecker, der sowohl Datenleitungen als auch Stromversorgung
beinhaltet, an die Backplane angeschlossen. Steckt in einem Port
kein Laufwerk, überbrückt die Backplanelogik den leeren Steckplatz,
und der Kreis bleibt geschlossen. Eine weitere Aufgabe der Backplane
ist die automatische Konfiguration des Laufwerks sowie die Sicherstellung
der Hot-Plug-Funktion, also der Wechsel eines Laufwerks während
des Betriebs. Das gleiche Prinzip wird auch von Fibre Channel
Hubs verwendet. Da bei einer Fibre Channel Loop der Ausfall eines
Gerätes oder Defekt eines Kabels den Kreis unterbricht und so
den ganzen Bus blockiert, überbrückt der Hub jeden Port, der entweder
ungenutzt ist, oder aber durch Störungen blockiert wird (s. Abbildung).
Der Datenfluss zu den anderen Devices wird so nicht unterbrochen
und der Bus arbeitet normal weiter. FC-AL Produkte werden seit
Herbst 1996 angeboten. Nachdem sie anfangs auf High-End-Raid-Systeme
beschränkt waren, spielen sie wegen des immer grösseren Speicherbedarfs
auch kleinerer Server eine immer grössere Rolle. Nähere Informationen
zu Produkten sind im Kapitel Fibre Channel zu finden.
SSA
SSA (Serial Storage Architecture) ist eine High-Performance-Schnittstelle,
die I/O-Devices aller Plattformen miteinander verbindet. Diese
serielle, busähnliche Schnittstelle wurde von IBM basierend auf
der IBM-9333-Technologie entwickelt und dient vorwiegend zum Anschluss
von Festplatten. Hiermit lassen sich bis zu 128 Geräte untereinander
verbinden.
Wie der Fibre Channel ist die SSA eine Point-to-Point-Verbindung,
wobei allerdings zwei Write- und zwei Read-Kanäle zur Verfügung
stehen. Auf jedem Kanal (Write/Read) ist eine maximale Transferrate
von 20 MB/s möglich, was einer kumulierten Transferrate von 80
MB entspricht. Diese kann aber nur erreicht werden, wenn das Schreib-Lese-Verhältnis
1:1 beträgt und der Hostadapter auf Daten zugreift, die sich auf
mindestens vier Platten befinden.
Bei Entfernungen von bis zu 20 m zwischen zwei zu verbindenden
Devices genügt ein normales TwistedPair-Kabel. Glasfaserkabel
kommen bei Längen bis zu 680 m zum Einsatz. Nur 6% der über SSA
beförderten Daten werden für Control- bzw. Routing-Funktionen
verwendet, d.h. 94% der Daten sind Benutzerdaten. SSA wird jedoch
nur von wenigen Herstellern (wie IBM, Siemens, Micropolis) unterstützt
und wird im Laufe der nächsten Jahre wohl ganz durch die Fibre
Channel Arbitrated Loop-Technologie abgelöst werden.
Das LAN ermöglicht den Zugriff auf lokale Systeme, die über Kommunikationsprotokolle
wie TCP/IP, NFS, HTTP verfügen. LANs werden benutzt, um Daten
zwischen verschiedenen Host-Systemen und um Benutzerzugriffe auf
Systeme wie Workstations, Terminals und andere Geräte zu übertragen.
LANs handhaben den Informationsfluss zwischen Host-Systemen und
Benutzer. Im Gegensatz ermöglicht SAN, den Informationsfluss mit
der gesamten Umgebung zu teilen, das heisst zwischen den Rechnern
und den Speichereinheiten und schliesslich zwischen den Speichereinheiten
selbst. So lassen sich Speichereinheiten von allen am SAN angeschlossenen
Rechnern ansprechen. Ähnlich wie in LAN-Netzwerken (Ethernet,
FDDI, ATM und Token Ring) gibt es auch beim SAN unterschiedliche
Topologien, um so ein Storage Area Network aufzubauen.
Storage Area Networks sind besondere Speichernetzwerke, die Server
und Speichersysteme über Breitbandnetzwerke verbindet. In diesem
Netzwerk spielt es zunächst prinzipiell keine Rolle, welches Betriebssystem
auf einem Server installiert ist. Das heisst, es können mehrere
unterschiedliche Server auf verschiedene Speicher-Subsysteme in
einem Netzwerk zugreifen. Im Prinzip kann ein Storage Area Network
mit einem einfachen oder mit zwei Kabeln aufgebaut werden. Die
SCSI-Technologie ist die bekannteste Art, ein Storage Area Network
in der einfachsten Form aufzubauen. Wegen der grossen Einschränkungen
wie Gerätenanzahl, Distanzen, Terminierung etc. ist die Fibre
Channel-Technologie das für SANs heute normalerweise eingesetzte
Kommunikationsmedium. Durch die Eigenschaften von Fibre Channel
eignet sie sich hervorragend als Medium. Die Anforderungen eines
SANs sind eine garantierte Bandbreite (Netzwerkgeschwindigkeit)
und geringe Fehlerraten (1 Fehler in 10 hoch 9, d. h. ein Fehler
in der Sekunde).
Fibre Channel bietet folgende Vorteile, wie
- 400 MB/s Datendurchsatz
- 2.0625 Gbit Bandbreite
- 16 Millionen Geräte können angesprochen werden
- serielle Verbindung 8/10-bit-Encoding
- Hardware-basierendes Anschlussprotokoll zwischen den Schnittstellen
- flexible Kabelkonfiguration, Kupfer und Glasfaser, Distanz bis
10 km
- einfach anzuschliessen, keine Terminierung
- Frame-gestützte Technologie basierend auf FDDI (FDDI-Prüfsummen)
Im Moment wird an den Datentransferraten des Fibre Channels gearbeitet,
so dass schon in naher Zukunft die Datentransferraten auf 2 GBaud
und 4 GBaud gesteigert werden. Weitere Informationen können im
Kapitel Fibre Channel nachgelesen werden.
Durch das SAN kann das LAN entlastet werden, da der gesamte Informationsaustausch
in diesem Speichernetzwerk abgewickelt wird. Wenn man Backup-Laufwerke
auch an das SAN und nicht an das LAN anschliesst, kann man mit
entsprechender Software eine weitere Entlastung erreichen. Dies
ermöglicht eine einfachere Verwaltung der Systeme und höhere Datentransferraten.
Storage Area Network bietet die ideale Möglichkeit die gesamten
Informationen zu zentralisieren.
Die unkomplizierteste Art, ein Storage Area Network aufzubauen,
ist die Punkt-zu-Punkt-Verbindung über Fibre Channel. Sie verbindet
zum Beispiel ein RAID-System mit einem Rechner. Man benötigt hierfür
nur einen Host-Adapter (HBA), ein Kabel und ein Fibre Channel-Subsystem
(RAID, Rackmount etc.) und als Abschluss einen Loopback Plug,
der den internen Loop wieder schliesst. Durch die einfache Kabelverbindung
ist diese Installation wesentlich einfacher als SCSI. Ein grösseres
System wird über Switches oder Hubs in Form der Ringtopologie
aufgebaut. Diese Ringtopologie wird FC-AL genannt und verbindet
mehrere Rechner mit mehreren Speichereinheiten. Der FC-AL (Fibre
Channel Arbitrated Loop) ermöglicht eine Zuteilung der Geräte,
Leitungen und Benutzerzeiten. Fibre Channel benötigt nicht zwingend
ein Lichtwellenleiter, sondern kann auch mit einem einfachen Kupferkabel
realisiert werden. Der einzige Nachteil ist die geringere Distanz,
die mit Kupfer überbrückt werden kann (ca. 30 m). Bisher wurde
über die Hardware des SAN berichtet, um allerdings auch die Daten
auf diesen Speichereinheiten teilen zu können, bedarf es einer
speziellen SAN Software. Diese Software benutzt die Speichernetzwerke
und ermöglicht ein Filesharing auf den Speicher-Subsystemen. Jedes
System, unabhängig vom Betriebssystem, kann somit zu jeder Zeit
auf jede Speichereinheit zugreifen und die Daten abrufen. Man
spricht deshalb von einem SAN-Betriebssystem, das aber auf dem
"normalen" Betriebssystem aufgesetzt ist. Firmen wie Veritas,
Mercury oder SANergy bieten SAN-Software, die innerhalb des Speichernetzwerkes
Spiegelungen erstellen, synchronisieren und im Fehlerfall die
gespiegelte Speichereinheit aktivieren, während die Applikationen
online sind. Die Software ermöglicht ein unterbrechungsfreies,
dynamisches Verändern des Applikations-Volumens. Des Weiteren
erlaubt die Software eine Zuweisung von Speichereinheiten oder
einer Gruppe von Speichereinheiten und einem Server. Einige SAN
Software Applikationen unterstützen Clustering, um eine verbesserte
Datenverfügbarkeit innerhalb des Speichernetzes zu gewährleisten.
Bei Clustering sind die Speichereinheiten keinem Server explizit
zugeordnet, ausser wenn dies über Rechte konfiguriert wurde, so
dass bei einem Serverausfall die Speichereinheit über Backup-Pfade
trotzdem erreichbar ist oder einem anderen Server zugeordnet wird.
Die SAN-Software (VCS) von Veritas unterstützt folgende Datenbanken
:
- Oracle 8.x, 8I
- Sybase x.x
- Informix x.x
- SAP
- Exchange, IIS, SQL
- Lotus
- Checkpoint Firewall - 1
Es wird also nicht zwingend eine Software benötigt, um ein funktionierendes
SAN-Netzwerk aufzubauen. In diesem Fall müssen nur die entsprechenden
Verbindungen zwischen Rechnern und Speichereinheiten hergestellt
werden. Die Speichereinheiten werden schliesslich dem Rechner
über das Betriebssystem zugewiesen. Dazu reichen die Standardwerkzeuge,
die in den jeweiligen Betriebssystemen fest integriert sind, völlig
aus. Weiterhinausgehende Funktionen erfordern eine zusätzliche
Software.
Firmen, die mit sehr hohen Datenkapazitäten zu tun haben oder
in Planung sind, sollten sich auf jeden Fall mit dieser Thematik
befassen, da für diese Technologie eine komplett neue Struktur
notwendig ist.
Die Digital eigene DSSI-Schnittstelle ist in Bezug auf die Hardware
der SCSI-1-Schnittstelle sehr ähnlich. Im Gegensatz zu SCSI sitzt
aber noch mehr Intelligenz in dem ISE (Intelligent Storage Element)
genannten Laufwerk. Sie wurde jedoch durch SCSI fast völlig verdrängt.
Im PC-Bereich ist die IDE-Schnittstelle (Integrated Drive Electronics)
sehr weit verbreitet. Sie hat die älteren ST506-Schnittstellen
inzwischen völlig abgelöst. Es lassen sich maximal zwei Festplatten
pro IDE-Schnittstelle anschliessen. Sollen zwei IDE-Festplatten
betrieben werden, wird eine Festplatte als Master, die andere
als Slave konfiguriert. Zu beachten ist, dass IDE-Festplatten
standardmässig immer als Master-Drive und nicht als Slave konfiguriert
werden. Bei der ursprünglichen IDE-Schnittstelle, auch AT-Bus
oder ATA (AT-Attachment) genannt, konnten theoretisch maximal
etwa 4.3 MB/s übertragen werden. In der Praxis werden jedoch nur
zirca 2 MB/s erreicht. Sie ist ausschliesslich zum Anschluss von
Festplattenlaufwerken vorgesehen und unterstützt somit keine anderen
Peripheriegeräte. Um den gestiegenen Leistungsanforderungen gerecht
zu werden, ist daher die IDE-Schnittstelle weiterentwickelt worden:
Fast-ATA und Enhanced IDE
Die Unterschiede der beiden Entwicklungen liegen primär in der
Marketingstrategie; die Implementierungen und Funktionen sind
weitgehend gleich. Sowohl Fast-ATA als auch Enhanced IDE bleiben
kompatibel zu den älteren IDE-Adaptern und -Festplatten. Sie verwenden
das gleiche 40-polige Kabel.
Für Enhanced IDE gibt es unter dem Namen ATAPI (AT Attachment
Packed Interface) Erweiterungen, mit denen ähnlich wie bei SCSI
der Anschluss von Peripheriegeräten wie CD-ROM, Bandlaufwerken,
Scannern usw. möglich ist.
UltraATA
Bei UltraATA wird, ähnlich wie bei Ultra-SCSI, die Taktrate auf
dem Bus der Fast-ATA Schnittstelle erhöht. Somit erhält man bei
UltraATA eine Datenübertragungsrate von 33 MB/s auf dem Bus.
UltraATA/66
Auch die nächste Verdoppelung auf 66 MHz ist bereits verfügbar.
Die Anforderung an die Verkabelung ist wegen der hohen Taktrate
aber strenger, es werden spezielle 80-polige Kabel benötigt. Da
der Stecker aber unverändert bleibt, können ältere Platten und
Controller mit UltraATA/66 und umgekehrt kombiniert werden, natürlich
um den Preis der geringeren Performance.
USB (Universal Serial Bus) ist ein neuer Schnittstellenstandard
für den Anschluss externer Geräte (z. B. Drucker, Modems, Tastaturen,
Monitore, digitale Kameras etc.) über ein Bussystem an PCs. Der
Vorteil der USB-Schnittstelle ist die unproblematische Integration
von zusätzlicher Peripherie. Der USB-Controller erkennt, ob weitere
Peripherie angeschlossen wurde, installiert automatisch die benötigten
Treiber und stellt die Betriebsbereitschaft her. Aufwendige Neukonfigurationen
der PC-Systeme gehören der Vergangenheit an. Bis zu 127 externe
Geräte können theoretisch an die USB-Schnittstelle angeschlossen
werden. Ausführliche Informationen zu USB sind erhältlich unter
www.usb.org.
FireWire (IEEE 1394) ist mit maximal 400 Mbit/s ein serieller
High- Speed-Datenbus, der, ursprünglich von Apple verwendet, vor
allem Multimedia-Geräte wie Camcorder und digitale Kameras mit
dem Rechner verbinden soll. Der Standard wurde 1995 definiert.
Der Bus ermöglicht reservierte Bandbreiten, was vor allem im Videobereich
gefordert wird. 16 Devices können über eine Strecke von 72 m in
Serie (4,5 m pro Link) verbunden werden. Allerdings sind auch
Bridges definiert, die kaskadierend die Anzahl der Devices drastisch
erhöhen (maximal 1023 Bridges sind erlaubt).
Als Verbindungsmedium benutzt der FireWire ein sechspoliges Spezialkabel,
das aus zwei abgeschirmten Twisted-Pair-Leitungen und zwei zusätzlichen
Leitungen für die Versorgungsspannung besteht. Derzeit spielt
FireWire noch keine sehr grosse Rolle. Ob er sich zwischen USB
als der preisgünstigeren, langsameren Variante einerseits und
dem universelleren Fibre Channel andererseits durchsetzen wird,
ist offen.
Darunter versteht man Massenspeicher, die Daten im Random Access
(direkter Zugriff auf Informationsblöcke, z. B. Magnetplatte)
verfügbar machen. Zu dieser Gruppe zählen Halbleiterspeicher und
magnetische Festplattenlaufwerke. Sie sind die schnellsten, aber
auch die teuersten verfügbaren Speicher.
Festplatten (auch Winchesterplatten oder Magnetplatten genannt)
sind die für alle Standardanwendungen üblicherweise eingesetzten
Massenspeicher. Sie arbeiten mit einem magnetischen Aufzeichnungsverfahren
und lassen sich beliebig oft beschreiben und lesen. Die angebotenen
Laufwerke unterscheiden sich äusserlich u. a. durch die Schnittstelle
(nähere Informationen dazu im Abschnitt 4.1.2 Peripheriebusse
in diesem Kapitel) und den Formfaktor.
Der Formfaktor bezeichnet den Durchmesser des Datenträgers, also
der Plattenscheibe(n) im Inneren der Laufwerksbox. Neben diesen
Plattenscheiben enthält die Box ausserdem die Schreib-/Leseköpfe,
die Mechanik zum Bewegen der Köpfe (den Aktuator), den Spindelmotor
und die Logik (Elektronik). Derzeit werden Festplatten mit 2,5",
3,5" und 5,25" Formfaktor angeboten. Kleinere Platten mit 1,8"
bzw. 1,3" Formfaktor sind ebenfalls entwickelt worden. Nähere
Informationen zu aktuellen Festplatten finden sich im Kapitel
transtec Festplattensubsysteme . Die Festplatten werden als Full
Height (82 mm), Half Height (41 mm), Low Profile (25,4 mm = 1")
und in Höhen von 19 und 12,5 mm angeboten. Die 3,5"-Versionen
sind die derzeit wohl populärsten und erreichen Kapazitäten bis
ca. 70 GB netto. Die grösseren 5,25"-Laufwerke werden nicht mehr
weiterentwickelt.
Die Kapazität von Massenspeichern wird in Megabyte gemessen. Man
unterscheidet Brutto- und Nettokapazität. Die Bruttokapazität
entspricht der theoretischen maximalen Kapazität des Laufwerks,
die sich aus der Multiplikation von Bitdichte in der Spur mit
Spurlänge, Spurenzahl und Zahl der Plattenoberflächen ergibt.
Die Nettokapazität gibt an, wie viel Platz tatsächlich auf einem
Laufwerk nutzbar ist. Die vom Hersteller angegebene Nettokapazität
unterscheidet sich erheblich von der tatsächlich für den Anwender
nutzbaren Nettokapazität. Dies liegt zum einen darin begründet,
dass zwischen den Blöcken etwa 10 bis 20 Prozent der Kapazität
für Fehlerkorrektur- und Adressinformationen belegt sind. Zum
anderen jedoch sind sich Hersteller von Festplatten und Hersteller
von Betriebssystemen über die Definition eines Megabytes uneinig:
Plattenhersteller rechnen mit 1000 x 1000 Byte = 1 MB (= 1.000.000
Bytes), während die meisten Betriebssysteme von 1024 x 1024 Byte
= 1 MB (1.048.576 Bytes oder Zeichen) ausgehen. Weiterhin benötigt
das Filesystem einigen Platz für Verwaltungsdaten (z. B. SunOS
reserviert darüber hinaus noch ca. 10 % eines Filesystems als
stille Reserve und zeigt diese bei dem Kommando df dem Benutzer
nicht an). Dazu ist die Nettokapazität abhängig von der Formatierung.
Sie ist keine absolut feststehende Grösse, sondern in gewissem
Rahmen veränderbar.
Wie gross ein Massenspeicher dimensioniert werden muss, hängt
von der Anwendung ab. Besonders bei Audio/Video (A/V) Anwendungen,
Grafikprogrammen und Publishingprogrammen fallen sehr grosse Datenmengen
an. Aber auch das Betriebssystem selbst und die Anwendungsprogramme
benötigen sehr viel Speicherplatz, sodass eine anfänglich gross
erscheinende Festplatte sehr schnell mit Programmen und Daten
gefüllt ist. Man rechnet derzeit mit einer jährlichen Verdoppelung
des benötigten Speicherplatzes. Grundsätzlich sollte die Festplattenkapazität
grosszügig geplant werden, da meist mehr Platz benötigt wird als
ursprünglich angenommen. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass
die Performance bei allzu starker Ausnutzung der Kapazität leidet.
Gegen eine viel zu grosse Dimensionierung spricht allerdings der
ständige Preisverfall von Festplattenlaufwerken. Der Kauf eines
Laufwerks mit geringen Platzreserven und der spätere Austausch
gegen ein grösseres Laufwerk kann insgesamt preiswerter sein als
der sofortige Kauf eines grösseren Laufwerks, allerdings nur,
wenn der zeitliche Abstand zwischen Erstkauf und Austausch nicht
zu kurz ist. Deshalb wird eine Festplatte empfohlen, die ausreichend
gross für den Bedarf des nächsten Jahres ist.
Leider lassen sich nicht bei allen Betriebssystemen beliebig grosse
Platten verwenden.
An HP9000 Workstations sind einige Einschränkungen zu beachten:
An den Modellen 7xx unter HP-UX 9.01 (mit Patch PHKL_3325) sowie
HP-UX 9.03 - 9.05 können als Bootplatten nur Festplatten < 2.147
MB eingesetzt werden (genauer: es werden nur Filesysteme < 2 hoch
31 Bytes erkannt), als Datenplatte sind Festplatten bis 4.294
MB zulässig (< 2 hoch 32 Bytes). Die Modelle HP9000/7xx ab HPUX
10.xx und HP9000/8xx ab HP-UX 9.xx verfügen über einen LVM (Logical
Volume Manager). Dieser ermöglicht Bootplatten bis zu 4.294 MB
und unbegrenzt (bzw. nur limitiert durch die Anzahl der möglichen
Filesysteme je SCSI-ID) grosse Datenplatten. Soll ein Filesystem
> 4.294 MB angesprochen werden, zerlegt der LVM es einfach in
mehrere logische Files und umgeht so die magische Grenze von 2
hoch 32 Bytes.
Bei den Modellen HP9000/3xx und 4xx unter HP-UX dürfen sowohl
die Bootplatte wie auch die Datenplatte nicht grösser als 2.147
MB sein. Ensprechendes gilt unter DOMAIN-OS. Hier müssen die Festplatten
zusätzlich auf SCSI-1 umgestellt werden.
Kapazitätseinschränkungen gibt es auch unter DOS, Win3.1, Win3.11
und Windows 95. Es kann jeweils nur eine primäre Partition auf
einer Platte konfiguriert werden, wobei im Gesamtsystem nur eine
Partition aktiv sein darf die aktive Partition ist normalerweise
die Bootpartition. Die max. Partitionsgrösse liegt leider immer
noch bei 2 GB, die max. Plattengrösse bei 8 GB. Zu beachten ist,
dass bei einer 2 GB grossen Partition die Blockgrösse 32 KB beträgt,
d. h., wenn eine Datei von 250 Byte abgelegt wird, belegt sie
trotzdem einen Block von 32 KB. Dies ist nur zu umgehen, wenn
eine Blockgrösse von 8 KB konfiguriert wird, was bei einer Partitionsgrösse
von 500 MB automatisch der Fall ist. Bei Windows NT beträgt die
maximale Filesystemgrösse 16 Exabyte (16 Millionen Terabyte) die
maximale Plattengrösse ist also nur vom entsprechenden SCSI-Controller
abhängig. Die Partitionsgrösse kann ohne Probleme bei 20 GB liegen.
Unter Sun Solaris1.x (nicht unter Solaris2.x) gibt es eine Beschränkung
von Filesystemen auf 2 GB. Da maximal sieben Datenpartitionen
angelegt werden können, ergibt das eine Plattenbeschränkung auf
14 GB.
AIX 3.x von IBM hat ebenfalls eine Beschränkung bei Filesystemen
auf 2 GB. Da aber AIX eine Festplatte mit dem LVM (Logical Volume
Manager) fast beliebig einteilen kann, gibt es keine Beschränkung
in der Plattengrösse. AIX 4.x unterstützt Filesysteme bis max.
64 GB, so dass hier auch grössere Platten bzw. RAID-Systeme als
ein Filesystem angesprochen werden können.
Einige ältere Betriebssysteme (IBM AIX3.5, SGI IRIX5.x, Sun Solaris1.x)
brechen die Formatierung von Festplatten über 8 GB mit einem Timeout
ab. Vor Anschaffung einer grösseren Festplatte sollte in diesen
Fällen geprüft werden, ob ein entsprechender Patch vorliegt.
Neben der Geschwindigkeit des Prozessors selbst und natürlich
auch der Grösse des Hauptspeichers ist die Leistungsfähigkeit
des Primär-Massenspeichers der wichtigste Faktor für die Reaktionszeiten
des Rechners. Die Daten, die von der Festplatte übertragen werden,
müssen auch an einem Stück in den Hauptspeicher passen, sonst
muss nachgeladen werden. Mit der zunehmenden Datenmenge, die über
den Bus übertragen wird (bei Ultra-Wide-Festplatten bis max. 40
MB/s), sollte auch der Hauptspeicher angepasst werden. Die Performance
wird in erster Linie durch die Zugriffszeit auf die Daten und
sekundär auch durch die Datenübertragungsrate bestimmt. Die Zugriffszeit
errechnet sich aus der Zeit für mehrere einzelne, nacheinander
ablaufende Vorgänge:
Will ein Programm Daten lesen oder schreiben, wird zunächst im
Betriebssystem ein entsprechender Request erzeugt und dem Festplattencontroller
übergeben. Die Zeit, die dieser Vorgang benötigt, nennt man Betriebssystem-Overhead.
Der so erzeugte Request veranlasst das Laufwerk, die Schreib-/Leseköpfe
auf einen bestimmten Punkt der Plattenoberfläche zu positionieren.
Diese Zeit heisst Positionierzeit. Angegeben wird hier immer die
mittlere Positionierzeit, d. h. die Zeit, die der Kopfmechanismus
braucht, um 1/3 der Maximalpositionierstrecke zurückzulegen. Die
Settling Time gibt an, wie lange der Kopfmechanismus braucht,
um sich nach einer Kopfbewegung mechanisch zu beruhigen bzw. auszuschwingen.
Bei modernen Laufwerken schliesst die Positionierzeit die Settling
Time bereits ein. Ist der Schreib-/Lesekopf über der entsprechenden
Spur positioniert, muss er warten, bis der gewünschte Block unter
ihm vorbeikommt. Diese Wartezeit wird Latency oder auch Umdrehungswartezeit
genannt. Angegeben wird hier immer die Zeit, welche die Festplatte
für eine halbe Umdrehung benötigt. Diese Zeit ist ausschliesslich
drehzahlabhängig. So ergibt sich z. B. bei einer Drehzahl von
7200 U/min eine Latency von 4,17 ms. Dann erst werden die Daten
selbst übertragen, und zwar zuerst von der Festplatte zum Festplattencontroller.
An dieser Stelle kommt nun die (interne) Transferrate der Festplatte
ins Spiel. Sie gibt die Anzahl der übertragenen Bytes in einer
Sekunde an. Manchmal wird hier auch eine Frequenz angegeben. Zur
Umrechnung in die Transferrate ist diese durch 8 zu teilen. Je
höher die Transferrate einer Platte ist, desto kleiner ist die
zum Datentransfer benötigte Transferzeit. Sind die Daten beim
Festplattencontroller angekommen, schickt dieser sie über den
SCSI-Bus an den SCSI-Hostadapter. Die Transferraten über den SCSI-Bus
betragen bis zu 40 MB/s. Näheres zu SCSI-Bussen steht im Kapitel
Peripheriebusse .
Je kürzer die Gesamtzeit, desto besser die Systemleistung. Dies
gilt insbesondere für Betriebssysteme, die während der Wartezeit
keine anderen Aufgaben erledigen können, wie beispielsweise MS-DOS.
Zu beachten ist, dass in der Regel bei Vergleichen der Transferraten
von Festplatten in Tabellen meistens optimale Bedingungen angenommen
werden, d. h., dass der Kopf schon positioniert ist, dass ein
kompletter Zylinder gelesen werden kann und einiges mehr. Einfluss
auf die Transferrate hat auch die Blockung der Platte, d. h.,
wie viele Bytes zu einem Sektor zusammengefasst werden. Allgemein
üblich sind 512 Bytes/Sektor. Man kann aber die Platten auch mit
bis zu 4096 Bytes/Sektor formatieren. In dem Fall ist auf der
Platte mehr Platz für Benutzerdaten, weil weniger Platz für Formatinformationen
notwendig ist. Dies wiederum führt zu einer höheren Nettotransferrate.
Dies ist jedoch nicht bei allen Betriebssystemen möglich und nicht
bei allen Anwendungen sinnvoll. Je kleiner die Files sind, die
üblicherweise gelesen oder geschrieben werden, desto kleiner sollte
auch die Sektorengrösse sein (z. B. bei Datenbanken). Je grösser
die Files sind, desto mehr Sinn machen auch grosse Sektoren (z.
B. bei Bildverarbeitung). Ausserdem werden bei SCSI-Laufwerken
oft die Übertragungsraten über den SCSI-Bus angegeben. Da in die
SCSI-Laufwerke aber Pufferspeicher eingebaut sind, wird hier nur
die Übertragungsrate vom Puffer der Platte in den Puffer des SCSI-Hostadapters
angegeben. Die tatsächliche Übertragungsrate von der Plattenoberfläche
bis in den Puffer des Hostadapters ist jedoch wesentlich geringer.
Da die meisten Anwendungen nur wenige Blöcke lesen und schreiben
und somit geringe Datenmengen in einem Request übertragen, ist
die Datentransferrate, mit der das Laufwerk die Daten zum Hostadapter
überspielt, eher zweitrangig. Je gestückelter Daten auf der Festplatte
gespeichert sind, desto mehr kurze Lesezugriffe erfolgen. Man
muss aber darauf achten, dass in der Übertragungskette Festplatte
- Festplattencontroller - SCSI-Hostcontroller - Rechnerhauptspeicher
die Geschwindigkeiten aufeinander abgestimmt sind. Eine weitere
Möglichkeit zur Leistungssteigerung ist der Einsatz von Controllern
(auf der Festplatte wie auch beim SCSI-Hostadapter) mit Cache-Speichern.
Besonders vorteilhaft wirkt sich dabei ein Multisegment-Cache
aus. Der Cache wird hierbei dynamisch verwaltet und in mehrere
Bereiche aufgeteilt. Je nachdem, aus wie vielen Plattenbereichen
Daten angefordert werden, werden diese in einem Bereich des Cache
gespeichert. Beim Zugriff auf Daten im Cache entfallen die Zeiten
für die mechanischen Komponenten.
Bei diesen Controllern wird jeder Schreibrequest wie von einem
Controller ohne Cache abgearbeitet: Jeder zu schreibende Block
wird zum angeschlossenen Laufwerk übertragen. Zusätzlich aber
merkt sich der Controller die Adresse des Blocks und dessen Inhalt
in einem internen Speicher, dem Cache. Der Vorteil liegt in den
reduzierten Festplattenzugriffen. Ein Festplattencontroller mit
Cache-Speicher ist dann zu empfehlen, wenn folgende Bedingungen
vorliegen: geringer oder gerade ausreichender Hauptspeicherausbau
des Rechners, Festplattenlaufwerke mit einer hohen Zahl von Schreib-/Leserequests
pro Zeiteinheit und Plattennutzung mit typisch kleiner Anzahl
von Blöcken pro Request, zum Beispiel als Systemplatte, für Datenbanken
und generell für Anwendungen, die oft im Wechsel auf denselben
Files schreiben und lesen. Mit einem so gepufferten Controller
sinken die durchschnittlichen Zugriffszeiten auf Werte unter einer
Millisekunde.
Man unterscheidet hier Read-, Read-ahead- und Write-back-Cache.
Bei einem read-Zugriff auf einen Read-Cache wird der Speicher
nach dem entsprechenden Block durchsucht. Wird dieser gefunden,
wird er sofort übertragen. Die Wartezeit für Plattenpositionierung
und Umdrehung entfällt. Steht der Block nicht im Cache, wird er
vom Laufwerk geholt.
Beim Read-ahead-Cache werden die nachfolgenden Blöcke nach dem
Lesen eines Blocks auf der Platte im voraus gelesen und im Cache
gespeichert. Beim Write-back-Cache werden die zu schreibenden
Blöcke im Cache zwischengespeichert und erst dann auf Platte geschrieben,
wenn keine weiteren Schreib- oder Leseaufträge anliegen. Dadurch
werden Schreibzugriffe für den Benutzer scheinbar schneller. Eine
Gefahr besteht jedoch darin, dass bei Stromausfall die im Cache
gespeicherten Daten verloren gehen. Beim Read-Cache ist das kein
Problem, beim Write-Cache kann dadurch die Datenstruktur zerstört
werden. Man sollte daher beim Einsatz eines Systems mit Write-Cache
nicht auf eine unterbrechungsfreie Stromversorgungsanlage (USV)
verzichten. Nähere Informationen dazu stehen im Kapitel USV .
Je nach Grösse des Cache-Buffers, der Intelligenz des Cache-Algorithmus
(d. h., welche Blöcke überschrieben werden, wenn der Cache-Speicher
voll ist) und Art der Anwendungen lassen sich Trefferquoten (Hit-Rate)
von über 90 Prozent erreichen - und damit eine gewaltige Durchsatzverbesserung.
Viele Betriebssysteme wie z. B. Windows NT, NetWare, Unix und
OS/2 reservieren automatisch einen Teil des Hauptspeichers als
Cache. Mehr Hauptspeicher kann somit die Performance des gesamten
Systems enorm beschleunigen.
Reicht bei bestimmten Anwendungen die Geschwindigkeit, mit der
ein Plattenlaufwerk die Daten liefern kann, nicht aus, so kann
ein Halbleiterspeicher (RAM-Disk, Solid State Disk) eingesetzt
werden. Bei der RAM-Disk-Lösung wird eine spezielle Software eingesetzt,
die einen Teil des Hauptspeichers als Disk organisiert. Eine Solid
State Disk ist eine Hardwarelösung, bestehend aus einem Bus-Interface
mit Memory-Modulen. Auf den Speicher kann in beiden Fällen so
zugegriffen werden wie auf ein Plattenlaufwerk. Es können also
Files wie auf einer richtigen Platte angelegt und wieder gelesen
werden.
Vorteil: Die Positionierzeit und die Umdrehungswartezeit entfallen, so
dass der Datentransfer mit maximal möglicher Geschwindigkeit erfolgt.
Nachteil: Ein solcher Speicher ist (auch bei Verwendung von Batterie-Backup)
nicht als permanenter Datenspeicher geeignet. Auch ist er erheblich
teurer als ein Plattenspeicher gleicher Grösse. Ein Batterie-Backup
für diesen Speicher ist normalerweise immer erforderlich, da sonst
schon bei einem kurzen Stromausfall die Daten verloren gehen.
Bei CPUs und Hauptspeichern verdoppelt sich die Leistung etwa
jedes Jahr. Massenspeicher verdoppeln ihre Kapazität nur etwa
alle zwei Jahre, die Positionierzeit halbiert sich gar nur alle
sieben Jahre. Plattenlaufwerke hinken also immer mehr der Technologiekurve
der CPUs hinterher. Man benötigt deshalb Techniken, die es auf
Basis der sich langsamer entwickelnden Plattentechnologie dennoch
schaffen, mit der Prozessorgeschwindigkeit und dem Datenhunger
der heutigen Systeme Schritt zu halten - durch erhöhte Zugriffsgeschwindigkeitund
erhöhte Kapazität. Typische MTBF-Zeiten (MTBF = Mean Time Between
Failure = durchschnittliche Zeit zwischen zwei Ausfällen) von
Laufwerken liegen heute bei über 500.000 Stunden. Bei 100 Laufwerken
an einem Rechner muss man mit einem Ausfall pro Halbjahr rechnen.
Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Zuverlässigkeit der Laufwerke
in den nächsten Jahren weiter steigt, ist dieser Zustand nicht
tragbar. Es werden also Systeme benötigt, die ausfallsicher sind.
Unter dem Oberbegriff RAID fasst man Technologien zusammen, die
mehrere Laufwerke zu grösseren, teilweise auch ausfallsicheren
Gesamtsystemen zusammenpacken. RAID steht dabei für Redundant
Array of Independent Disks, wobei oft statt "independent" auch
"inexpensive" gelesen wird. Redundant = ausfallsicher bedeutet,
dass der Ausfall eines Einzellaufwerks weder zu einem Ausfall
des Gesamtsystems noch zu Betriebsunterbrechung oder gar zu Datenverlust
führt. RAID schliesst oft verwendete Technologien wie Mirroring
(d. h. Spiegelung von zwei oder mehreren Laufwerken an einem Controller),
Duplexing (dito, aber mit zwei getrennten Controllern) und Striping
(Zusammenfassen von mehreren Laufwerken als logische Einheit und
blockweises Verteilen der Daten auf diese Laufwerke) ein. Unterschiedliche
Level von RAID werden in der Literatur diskutiert. Die Bezeichnung
Level in der RAID-Bezeichnung ist eigentlich missverständlich,
denn RAID-Level 1 baut keinesfalls auf RAID-Level 0 auf. Statt
Level sollte man eigentlich besser Typ sagen.
Bevor auf die einzelnen RAID-Level genauer eingegangen wird, folgen
einige grundlegende Überlegungen zu Plattenzugriffen, denn die
Änderung der Performance beim Schritt vom Einzellaufwerk zu RAID
ist stark abhängig von der Anwendung: Wichtig ist der Mix zwischen
Schreib- und Lesezugriffen und die durchschnittliche Länge eines
einzelnen Transfers. Bei einem Einzelplattenlaufwerk ist ein Lesezugriff
(Caches, Read-ahead-Buffer und andere Techniken zur Performancesteigerung
sollen vorläufig ausser Betracht bleiben) gleich schnell wie ein
Schreibzugriff. Dies ist bei Plattenarrays keinesfalls so und
auch von Level zu Level unterschiedlich. Geschwindigkeitsunterschiede
gibt es auch von kurzen (meist einer oder ganz wenige Blöcke)
zu langen Requests (meist mehrere Hundert Blöcke). Der erste Typ
kommt vor allem in Datenbankanwendungen, Transaction Processing
Systemen und kommerziellen Multiuser-Anwendungen vor. Der zweite
Typ ist in der Regel bei Bildverarbeitung, Einsatz von Supercomputern
oder technisch/wissenschaftlicher Datenerfassung zu finden. Jedes
der weiter unten diskutierten RAID-Konzepte hat eine andere Charakteristik
bei langen bzw. kurzen Requestlängen.
RAID ist keine Lösung für alle Arten von Problemen mit dem Plattendurchsatz.
RAID ist keinesfalls immer schneller als der Einsatz von (konventionell
genutzten) Einzellaufwerken. Auch beim Einsatz einer der nachfolgend
beschriebenen RAID-Typen sollte man die Aufteilung der Daten optimieren.
Aus der Regel, dass man auf wenige Daten sehr häufig und auf die
meisten Daten sehr selten zugreift, folgt: Sinnvoll ist ein hierarchisches
System mit Halbleiterspeicher (z. B. RAM-Disk) für ständig benutzte
Daten, ein sehr schneller Massenspeicher (eventuell gespiegelt)
für oft genutzte, einen durchschnittlich schnellen und grossen
Massenspeicher (z. B. RAID) für weniger oft genutzte Daten und
einen Archivspeicher (z. B optische Platten mit automatischem
Wechsler) für selten benutzte Daten.
RAID-Level 0
Dieser Typ von RAID steht für Striping. Bei diesem Verfahren werden
mehrere kleinere Laufwerke zu einem grossen logischen Laufwerk
zusammengefasst. Der Striping-Faktor sagt dabei aus, wie gross
die Stücke sind, welche jeweils auf eines der Laufwerke geschrieben
werden. Sind die Stücke sehr klein (typisch ein Byte), so erreicht
man unabhängig von der Länge des Lese- oder Schreibrequests eine
wesentliche Erhöhung der Transferrate, da alle Laufwerke in einem
RAID-0-Set praktisch gleichzeitig transferieren. Bei kurzen Schreibrequests
(z. B. Einzelblöcken) hat diese Technik Nachteile: Kürzt man die
physikalische Länge der Blöcke auf der Platte (bei 512 Byte Blöcken
und vier Laufwerken z. B. nur 128 Bytes lang), vermindert sich
die nutzbare Kapazität durch den zusätzlichen Platz für Blockheader.
Lässt man die Länge der physikalischen Blöcke bei der Standardlänge,
hat man zwar keinen Kapazitätsverlust, aber es muss beim Schreiben
eines einzelnen Blocks erst auf allen Platten jeweils derjenige
physikalische Block gelesen werden, in dem Teile des zu schreibenden
Blocks stehen. Die Teilinformation muss ersetzt werden, dann erst
können alle beteiligten Blöcke wieder auf die Platten zurückgeschrieben
werden. RAID-0 mit kleinem Striping-Faktor bietet den Vorteil
der hohen Transferrate beim Schreiben und Lesen von langen Requests,
hat aber wesentliche Nachteile in der Leistung bei kurzen Requests.
Vergleicht man RAID-0 nicht mit einem (entsprechend grösseren)
Einzellaufwerk, sondern mit mehreren kleineren Laufwerken, die
ja kurze Requests überlappt abarbeiten können, wird der Nachteil
von RAID-0 noch deutlicher.
Wählt man den Striping-Faktor nun gross (mehrere Blöcke), erreicht
man, dass sowohl die Schreib- als auch die Leseperformance bei
kurzen Transfers mit der eines Einzelplattenlaufwerks vergleichbar
bleibt. Auch ist es möglich, mehrere kurze Requests gleichzeitig
auf unterschiedlichen Platten abzuarbeiten. In beiden Fällen bleibt
jedoch der Nachteil, dass bei Ausfall eines einzelnen Laufwerks
auf die gesamten Daten nicht mehr zugegriffen werden kann. RAID-0
(Striping) ist eigentlich kein RAID (keine erhöhte Datensicherheit).
Host-based Striping gibt es bei vielen Betriebssystemen als Softwarelösung
oder auch eingebaut im Plattencontroller. Da die Plattenlaufwerke
vom Controller oftmals nur über einen Datenkanal angesprochen
werden, kommt bei einer Controllerlösung meist der Vorteil der
höheren möglichen Datenübertragung nicht zum Tragen, da die Requests
auf den einzelnen Laufwerken doch sequenziell und nicht parallel
abgearbeitet werden.
RAID-Level 1
RAID-1 bedeutet Mirroring. Hier werden alle Daten einer Platte
auf alle weiteren Platten des RAID-Sets geschrieben. Vorteil:
Bei Ausfall einer Platte bleiben die Daten weiter zugreifbar.
Die Leistung beim Schreiben bleibt der einer Einzelplatte bzw.
RAID-0 gleich (solange die Platten auf die Kanäle verteilt sind),
geht man davon aus, dass die zusätzliche Rechnerbelastung durch
doppeltes Schreiben nicht zählt. Die Leseleistung verdoppelt sich
im besten Fall, da jetzt die Requests auf zwei Plattenlaufwerke
(bzw. zwei Sets) aufgeteilt werden können, die unabhängig voneinander
lesen können. Allerdings sind die Kosten für RAID-1 hoch: Nur
die Kapazität einer Festplatte des verfügbaren Platzes steht für
die Originaldaten zur Verfügung, die Rest wird durch redundante
Daten verbraucht. Jedoch ist RAID-1 einfach zu implementieren.
Mirroring (von Einzelplatten) gibt es als Controller-Lösung oder
als Softwarelösung für unterschiedliche Betriebssysteme.
RAID-Level 0+1
RAID-0+1, manchmal auch RAID-10 genannt, vereinigt Mirroring und
Striping. Hier wird tatsächlich die Hälfte der Gesamtkapazität
gespiegelt, wobei sich die hohe Sicherheit der Spiegelung mit
der Performance von RAID-0 verbindet. In den meisten Fällen ist
dies die schnellste RAID-Lösung, aber natürlich gilt auch hier
das Argument von RAID-1: Die Kosten sind, da doppelt so viele
Platten verwendet werden, sehr hoch.
RAID-Level 4
Während Ausfallsicherheit bei RAID-1 und 0+1 doppelte Plattenkapazität
erfordert - und bei RAID-0 gar nicht gegeben ist - verwendet RAID-4
Parity, um die Daten zu sichern. Zu jeweils x Festplatten, die
nach den Striping-Verfahren beschrieben werden, kommt lediglich
eine zusätzliche Parityplatte, deren n-tes bit jeweils das Paritybit
zu den x n-ten bits der restlichen Platten enthält. Fällt eine
Festplatte aus, kann aus dieser Parityplatte zusammen mit den
Daten der übrigen Platten bit für bit der Inhalt der defekten
Platte rekonstuiert werden. Das Schreiben von Daten auf einer
Platte erfordert allerdings immer auch das Ändern der Parityplatte
- beide Blöcke müssen zuerst gelesen und aus ihnen und den neuen
Daten der neue Paritywert berechnet werden. So ist die Performance
geringer als bei RAID-0 oder -1.
RAID-Level 5
Bei RAID muss bei jedem Schreibzugriff auf die Parity-Disk zugegriffen
werden. Dieses Laufwerk wird damit der Flaschenhals in diesem
System. RAID-5 verteilt Parity und Daten blockbereichsweise auf
alle Laufwerke. Jedes Laufwerk ist damit für einen bestimmten
Blockbereich Parity-Laufwerk. Lesezugriffe werden etwas schneller,
weil sie auf noch mehr Laufwerke verteilt werden können. Bei kurzen
Transfers ist aber auch RAID-5 auf der Basis von Zugriffen pro
Zeiteinheit pro Megabyte einem Einzellaufwerk weit unterlegen.
Andere RAID-Level
Neben den oben genannten RAID-Leveln, die in einer Studie der
Universität Berkeley erstmals beschrieben wurden und sich als
Quasi-Standard etabliert haben, gibt es noch eine Reihe von herstellerspezifizierten
RAID-Level, die aber in der Regel nur Modifikationen der o. g.
RAID-Level darstellen.
Wo wird RAID nun implementiert? Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder
in einem Controller, der zwischen dem Rechner und den Laufwerken
sitzt (als Karte im Rechner oder in einer separaten Box) oder
im Hostrechner selbst. Vorteil der ersten Lösung: keine zusätzliche
Belastung des Rechners durch die Verwaltung von RAID. Vorteil
der zweiten Lösung: Da in diesem Falle nicht alle Daten durch
den Flaschenhals RAID-Controller zum Hostrechner müssen, kann
eine höhere Datentransferrate durch die gleichzeitige Verwendung
mehrerer Übertragungspfade erreicht werden. Eine Reihe von Herstellern
(sowohl Plattenlaufwerks- als auch Controllerhersteller) bieten
RAID-Implementierungen an. Diese Implementierungen unterscheiden
sich in folgenden technischen Eigenschaften:
Einfachere Implementierungen schliessen mehrere Laufwerke an einen
SCSI-Bus an und fassen diese unter Verwendung von einem RAID-
oder RAID-ähnlichen Konzept zusammen. Andere Implementierungen
haben pro Plattenlaufwerk einen eigenen Controller, sie erhöhen
dadurch die Ausfallsicherheit, da selbst bei Ausfall des Controllers
die Daten weiter zugreifbar bleiben. Laufwerke können fest eingebaut
werden. Es ist jedoch auf jeden Fall besser, wenn auch teurer,
die einzelnen Laufwerke so einzubauen, dass sie im laufenden Betrieb
ausgewechselt werden können und somit der Datenzugriff nicht unterbrochen
werden muss (Hot-Swap). Gute RAID-Systeme erlauben beim Austausch
eines Laufwerks das Rekonstruieren der Daten für dieses Laufwerk
während des normalen Betriebs.
Einen wichtigen Einfluss auf die Ausfallsicherheit von RAID-Systemen
haben auch andere Elemente: Hängen alle Laufwerke an einem einzigen
Power-Supply, ist die Ausfallwahrscheinlichkeit (aber nicht notwendigerweise
die Wahrscheinlichkeit des Datenverlustes) höher als bei getrennten
Stromversorgungen für jedes einzelne Laufwerk oder einer anderen,
redundanten Art der Stromversorgung. Natürlich sollten dann auch
Kabel, Lüfter, Controller und Rechneranschlüsse doppelt ausgeführt
werden, um den Single Point of Failure auszuschliessen.
Und noch eine Warnung: Bei allen Betrachtungen von Ausfallhäufigkeiten
und Ausfallwahrscheinlichkeiten geht man davon aus, dass Laufwerksausfälle
statistisch unabhängig voneinander vorkommen. In der Praxis können
externe Ereignisse (Blitzschlag, Stromspitzen) eintreten, die
zu einer höheren punktuellen Ausfallwahrscheinlichkeit - von mehr
als einem Laufwerk - führen können, so dass die MTBF-Überlegungen
für RAID-Systeme teilweise praxisfremd sind. Und selbst bei einem
RAID-System mit unendlich hoher durchschnittlicher Zeit zwischen
zwei Ausfällen darf man das Backup nicht vergessen: Vor einem
falschen Delete-Kommando oder einem Softwarefehler, der Daten
zerstört, schützt auch RAID nicht. Und Würmer, Trojanische Pferde,
Viren und Bomben werden wohl auch nicht aussterben oder Respekt
gegenüber RAID entwickeln.
Fazit:
RAID-Systeme dienen der verbesserten Verfügbarkeit von Daten und
nicht der Performanceverbesserung. Sie sind in der Regel bei der
Geschwindigkeit Einzellaufwerken unterlegen. Sinnvoll ist der
Einsatz von RAID-Level 0 bis 5 zum Speichern von grossen Datenmengen,
auf die entweder seltener oder nur mit langen Transfers zugegriffen
wird. RAID bietet hier eine kostengünstige Möglichkeit, ausfallsichere
Massenspeicher zu konfigurieren. Für häufiger benutzte Daten empfiehlt
sich weiterhin der Einsatz von (gespiegelten) Einzellaufwerken,
für extrem häufig verwendete Daten hingegen der Einsatz von RAM-Disks,
die, vorausgesetzt die Anzahl der Schreibzugriffe ist nicht zu
hoch, mit normalen Winchesterplatten gespiegelt werden können.
Spiegeln sollte man wegen der geringeren Rechnerbelastung in der
Regel im Controller bzw. Hostadapter. Braucht man die hohe Transferrate
langer Transfers, sollte Striping mehrere Datenpfade zum Rechner
zulassen und deswegen Host-based sein. Hardware-RAID-Systeme werden
in den Kapiteln Externe RAID-Systeme von transtec und SCSI/IDE
RAID-Systeme angeboten. Interne Hardware RAID-Systeme mit PCI-Controllern
sind in den Kapiteln PCI RAID-Controller con ICP vortex und MegaRAID
PCI-RAID-Controller von AMI zu finden. Auf jeden Fall sollte ein
RAID (und der Rechner) an eine USV-Anlage (Näheres dazu im Kapitel
USV ) angeschlossen werden, da sonst im Fall eines Stromausfalls
der eigentliche Sinn, die absolute Datenverfügbarkeit, nicht mehr
erfüllt ist.
RAID-Systeme für Windows NT
Bei Windows NT ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, ein RAID
System aufzubauen. Folgende Konfigurationen sind möglich: - Software
RAID - Interne Hardware RAID mit PCI-RAID-Controller - Externe
Hardware RAID
Software RAID
Windows NT bietet bereits standardmässig die Möglichkeit, mehrere
Plattenlaufwerke zu einem RAID-System zusammenzufassen. Hierbei
brauchen lediglich die Festplatten an einen SCSI-Hostadapter intern
oder extern angeschlossen zu werden. Die Konfiguration wird dann
über Windows NT vorgenommen. Diese Lösung ist zwar preisgünstig
und einfach einzurichten, hat jedoch auch Nachteile. Vor allem,
wenn sehr grosse Datenmengen übertragen werden bzw. wenn Zugriffe
parallel von mehreren Usern (beispielsweise in einem Netz) auf
das RAID erfolgen hat es Auswirkungen auf die Performance des
NT-Rechners. Hierbei muss der gesamte Rechenaufwand (Verteilen
der Daten auf die einzelnen Platten und Berechnen der Parity)
von der CPU des Rechners aufgebracht werden. Des Weiteren wird
das Betriebssystem des Rechners über eine Bootplatte geladen,
die nicht redundant sein kann, da die RAID-Konfiguration erst
nach dem Laden des Betriebssystems zur Verfügung steht. Auf der
Bootplatte befinden sich auch alle Konfigurationsdaten für den
RAID-Verband. Fällt die Bootplatte aus, ist das RAID System nicht
mehr operabel. Diesem Nachteil begegnen die folgenden Hardware-RAID-Lösungen
mit separatem RAID-Controller.
Interne Hardware-RAID mit PCI-RAID-Controller
Hierbei übernimmt der RAID-Controller, wie bei den externen Hardware-RAIDs,
die gesamte Rechenarbeit. Somit arbeiten die Controller, unabhängig
von der CPU-Auslastung, mit konstanter Performance. Die RAID-Konfigurationsdaten
befinden sich auf allen Festplatten des RAID Systems und sind
somit auch bei Ausfall einer Festplatte oder sogar des ganzen
Controllers immer vorhanden. Bei Tausch des Controllers oder einer
Festplatte werden die RAID Konfigurationsdaten eingelesen und
der Rebuilt gestartet.
RAID-Controller sind mit internen Anschlussbuchsen und einem externen
Anschluss für SCSI-Festplatten versehen. Somit hat man die Möglichkeit,
die Festplatten des RAID Systems in den Rechner einzubauen oder
aber extern anzuschliessen. Weitere Informationen und detailliertere
Angaben zu Anschlussmöglichkeiten von Festplatten sind in den
Kapiteln PCI-RAID-Controller von ICP vortex und MegaRAID PCI RAID
Controller zu finden.
Externe Hardware-RAID
Die High-End-RAID-Lösung stellen die sog. Hardware-RAIDs (bzw.
SCSI-to-SCSI-RAIDs) dar. Hier sind der Controller und die Festplatten
in einem separaten Gehäuse untergebracht. Das RAID System wird
mittels SCSI-Kabel mit dem Hostadapter des Rechners verbunden.
Durch die Backplane, an der Controller und Festplatten direkt
angeschlossen sind, erreicht man kürzeste Kabellängen und somit
maximale Datensicherheit. Weitere Datensicherheit kann durch den
Einsatz von redundanten Controllern erreicht werden. Hierbei wird
bei Defekt des Controllers automatisch auf einen zweiten Controller
im Gehäuse umgeschaltet, ohne Zeitverzögerung und Datenverlust.
Der defekte Controller kann dann im laufenden System gegen einen
neuen getauscht werden. Nähere Informationen hierzu stehen im
Kapitel Externe RAID-Systeme von transtec .
Hardware-RAIDs arbeiten, wie PCI-RAID-Controller, immer mit konstanter
Performance, unabhängig von der CPU-Auslastung. Hierbei werden
die Daten vom Hostadapter des Rechners über den SCSI-Bus direkt
zum RAID-Controller übertragen. Dort werden die gesamten Daten
in den Cache eingelesen. Danach ist der SCSI-Bus nicht mehr belastet.
Der Controller des Hardware-RAIDs verteilt dann die Daten auf
die einzelnen Platten und berechnet die Parity, in Abhängigkeit
vom gewählten RAID-Level. Währenddessen ist die CPU des Rechners
nicht mit den Rechenoperationen des RAID Systems belastet. Ein
entsprechend gross gewählter Cache, der als Write-back-Cache konfiguriert
ist, kann die Schreibperformance erheblich erhöhen. Das Lesen
der Daten geschieht dann analog hierzu in umgekehrter Reihenfolge.
Hardware-RAIDs können im Vergleich zu PCI-RAID-Controllern plattformübergreifend
eingesetzt werden.
Informationsaufzeichnung ist heute mehr denn je eine Schlüsseltechnologie
für grosse Bereiche in Wirtschaft und Technik, denn speziell Bereiche,
die speicherplatzintensive Daten wie Multimedia-Anwendungen benötigen,
verlangen nach schnellen, sicheren und kostengünstigen Massenspeichern.
Ein anderer Aspekt ist die Datensicherheit, denn durch Hardwarefehler,
vor allem aber durch Bedienungsfehler, können Daten in einem Rechner
zerstört werden. Selbst wirklich erfahrene Benutzer können dies
kaum vermeiden (auch Feuer und Wasser können Rechner und Daten
zerstören). Deswegen ist es generell zu empfehlen, alle Daten
regelmässig auf einen Datenspeicher-Träger zu kopieren und diesen
an einem sicheren Ort zu verwahren.
Plattenspiegelung (Mirroring) und andere Verfahren bieten zwar
teilweise einen Schutz vor Datenverlust, besonders bei Hardwarefehlern.
Sie bewahren Benutzer jedoch nicht vor irrtümlichen Löschbefehlen
oder anderen, durch Software veranlasste Datenzerstörungen, wie
zum Beispiel durch Viren oder Programmfehler.
Für die Datensicherung gibt es eine Reihe wechselbarer Datenträger,
und bei der Auswahl der Speichertechnologie sollten folgende Aspekte
berücksichtigt werden:
- die Zeit, die bei regelmässigem Backup anfällt
- die Zeit, die ein gelegentlicher Gesamtbackup benötigt
- die Zeit, die man zum Zurückholen einzelner Files braucht
- die Zeit, die bei einer Gesamtrestauration der Daten nötig ist
- Datensicherung als Archivierungslösung
- Preis des Datenträgers pro MB
- Preis des Subsystems
- Lebensdauer und Empfindlichkeit des Datenträgers
- Platzbedarf, Gesamtkapazität und Transportierbarkeit
Wichtig ist ebenso die Austauschbarkeit des Datenträgers mit anderen
Systemen, um das Backup auch auf einem anderen Rechner lesen oder
den Datenspeicher-Träger für den Datentransport verwenden zu können.
Ein wichtiger Aspekt ist die Netzwerkfähigkeit eines Datenspeichersystems.
Besitzt man ein lokales Netzwerk, kann es sinnvoll sein, mehrere
Rechner über das Netzwerk mit einem Datenspeicherlaufwerk zu sichern.
Entsprechende Software ist auf dem Markt verfügbar. Der Vorteil
liegt in geringeren Kosten und der einfachen, zentralen Bedienung.
Generell muss man zwei Arten von Backup-Datenträgern bzw. -Technologien
unterscheiden: diejenigen, bei denen man direkt auf die Daten
zugreifen kann, zum Beispiel Wechselplatten und optische Platten,
und solche, bei denen Daten vor der Bearbeitung erst auf die Festplatte
umkopiert werden müssen, zum Beispiel Magnetbandkassetten (siehe
Kapitel 4.4). Die einen bieten den Vorteil schneller und bequemer
Handhabung, die anderen haben einen deutlich geringeren Preis
pro MB. Der in den letzten Jahren eingetretene enorme Anstieg
der Speicherdaten erforderte eine Erweiterung der bestehenden
bzw. die Einführung neuer Technologien. Die Angebotspalette ist
in jüngster Zeit sehr umfangreich und damit auch etwas unübersichtlich
geworden. Bei Speicherkapazitäten von bis zu 100 MB pro Medium
ist zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Technologien zu
unterscheiden. Zum einen existieren Wechselplattensysteme (z.
B. Syquest) und ZIP- bzw. JAZ-Laufwerke, bei denen ein Magnetkopf
die Daten induktiv liest. Zum anderen werden optische Laufwerke
angeboten, bei denen über einen Laser die Datenbits erzeugt und
auch wieder gelesen werden können. Gemeinsam ist diesen Technologien
allerdings die Art der Datenverwaltung, bei der direkter Zugriff
auf die gespeicherten Daten besteht. Die Daten müssen vor dem
Bearbeiten nicht erst auf eine Festplatte kopiert werden.
Die Technik von Disketten beruht auf einer wechselbaren, rotierenden
magnetisierbaren Scheibe mit einer Zugriffszeit von etwa 150-250
ms. Sie haben den Vorteil der weiten Verbreitung für den Austausch
mit anderen Systemen. Nachteilig war bisher die geringe Kapazität
von 360 KB bis 2,88 MB. Diese reicht inzwischen, nachdem leistungsstarke
PCs sowohl in den Unternehmen als auch für den privaten Gebrauch
Einzug gehalten haben, nicht mehr aus. Dieser Nachteil wurde durch
das ZIP-Laufwerk von IOMEGA weitgehend aufgehoben. Mit 100 MB
pro Speichermedium ist die Kapazität dieses Laufwerks auch für
kleine bis mittlere Softwarepakete noch ausreichend. Ausserdem
überzeugt dieses Laufwerk durch ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis.
Seit Mitte 1999 ist von Sony ein HiFD-Diskettenlaufwerk verfügbar,
das mit 200 MB Speicherkapazität die bis jetzt gängigen Laufwerke
ablösen könnte. Dieses ist kompatibel zu den momentan eingesetzten
Laufwerken und kann die 1,44-MB-Disketten lesen.
Allerdings kann jedoch die geringe "Flughöhe", mit der sich der
Magnetkopf über der Speicherplatte bewegt, zu einem so genannten
"Head-Crash" führen. Eine solche Berührung hat normalerweise den
Verlust der dort gespeicherten Daten zur Folge. Dies kann auch
bei den weiter unten beschriebenen Wechselplatten-Laufwerken vorkommen.
Grössere Datenmengen lassen sich mit Wechselplatten verwalten,
ohne dass durch Umkopieren Zeit verloren geht. Diese Technologie
bietet sich besonders bei sicherheitskritischen Anwendungen an,
wenn die Daten über Nacht in einen Tresor eingeschlossen werden
müssen.
Es gibt unterschiedliche Technologien, von IOMEGAs JAZ-Laufwerk
mit 1 GB Medien über Wechselrahmen, in die normale Festplatten
eingesetzt werden können, bis hin zu Syquest-Laufwerken. Letztere
haben den Nachteil, nicht stossfest zu sein, so dass ein Transport
nicht empfehlenswert ist.
Sinnvoll ist der Einsatz von Wechselplatten nämlich auch bei ständig
wechselndem Einsatzort, wenn z. B. ein Programmierer an mehreren
Standorten tätig ist und stets Zugriff auf seine Projektdaten
haben sollte. Da die Daten nach wie vor auf einem Plattenlaufwerk
sind und damit auch die Gefahr des Datenverlustes bestehen bleibt,
sollte man zusätzlich eine parallele Datensicherung auf einem
anderen Medium vornehmen.
Optische Platten haben mit der CD-ROM allgemeine Verbreitung gefunden.
Technologien wie CD-R und CD-RW, aber auch die Vergrösserung der
Kapazitäten durch DVD lassen diesen Markt weiter wachsen. In diesen
Bereich fallen auch magneto-optische Technologien mit ebenfalls
wachsenden Kapazitäten.
CD-ROMs sind wechselbare optische Platten, die nach dem Beschreiben
mit Daten im Fertigungsprozess nur noch gelesen werden können.
Dieses Medium eignet sich mit seinen ca. 650 MB ideal für die
Massenverteilung von Daten, wie z. B. für die Softwaredistribution,
da die Reproduktionskosten bei entsprechenden Stückzahlen sehr
gering sind. Die Nachteile der CD-ROMs, die Nichtwiederbeschreibbarkeit
und die relativ langsame Zugriffszeit (derzeit etwa 85-120 ms,
je nach Laufwerk) spielen dort meist eine untergeordnete Rolle.
Der Datenträger selbst ist überaus preiswert (maximal 0,01 bis
0,02 DM pro MB). Sinnvoll ist die Massenproduktion von CD-ROMs
in der Regel ab einer Auflage von über 100 Stück. Dabei werden
die Daten, ähnlich dem Herstellen einer Schallplatte, in das Trägermaterial
gepresst. Die Lesegeschwindigkeit der CD-ROM Laufwerke wird gemessen
an der Übertragungsrate eines Audio-Laufwerks, die 150 KB/s beträgt.
Ein 14x Laufwerk beispielsweise liest 2,05 MB/s. Die neuesten
CD-ROM-Laufwerke jedoch arbeiten mit bis zu 52facher Geschwindigkeit
und einer Datentransferrate von 7800 MB/s. Laufwerke mit Lesegeschwindigkeiten
höher als 14fach basieren auf der Partial- CAV-Technologie (Constant
Angular V elocity). Diese zeichnet sich durch eine variierende
Datentransferrate bei gleich bleibender Umdrehungsgeschwindigkeit
im Innenbereich der CD aus. Beim Lesen der äusseren Spuren einer
CD wechselt das Laufwerk in das bisher bei den CD-ROM-Laufwerken
übliche CLV (Constant Linear V elocity)-Verfahren, bei welchem
die Umdrehungsgeschwindigkeit vor dem Lesen angepasst wird. Dadurch
ergibt sich eine konstante Datentransferrate.
Des Weiteren bietet die neue Generation von CD-ROM-Laufwerken
neben der obligatorischen Geschwindigkeitssteigerung ein neues
Feature: Multiread . Dies bedeutet bei CD-ROM-Laufwerken, dass
sie auch die wiederbeschreibbaren CD-RWs lesen können. Neben den
normalen Einzellaufwerken werden auch CD-ROM-Wechsler angeboten.
Die typische Wechslerzeit pro CD liegt bei ca. 3 bis 10 Sekunden.
CD-ROM-Wechsler eignen sich vor allem für Anwendungen auf CD-ROM,
bei denen grössere Datenmengen, auf die selten zugegriffen wird,
im direkten Zugriff des Rechners sein sollten (z. B. Desktoppublishing
oder Multimedia-Anwendungen). Auf dem Markt befindliche Wechsler-Systeme
erlauben in einer einzigen Peripherieeinheit die Verwaltung von
Datenmengen bis in den Terabyte-Bereich.
Mit CD-Recordern (CD-R) können CD-Rohlinge (Write-once-CD) ohne
grossen Aufwand beschrieben werden. Dabei werden die Daten mit
Hilfe eines Laserstrahls auf den CD-Rohling geschrieben. Durch
diese Recorder ist auch die Herstellung von nur einer einzigen
CD in wirtschaftlich relevante Dimensionen gerückt. So lassen
sich kleine Auflagen von Produktkatalogen, Softwareprodukten oder
Grafiksammlungen auf CD-ROM erstellen. Auch zur Langzeitarchivierung
eignen sich die beschreibbaren CDs. Die Datenträger sind sehr
sicher, aber eine nachträgliche Änderung der Daten ist nicht möglich.
Die mit einem CD-Recorder beschriebenen CDs lassen sich ebenso
wie die in grossen Auflagen gepressten CDs mit jedem handelsüblichen
CD-ROM-Laufwerk lesen. Mit Wechslern, die einen CD-Recorder enthalten,
besteht die Möglichkeit, kostengünstig Archivierung und Backup
in kleinen und mittleren Netzwerken durchzuführen.
Steht jedoch die Produktion bzw. das Kopieren von CDs im Vordergrund,
so werden seit neuestem CD-Dupliziersysteme angeboten, die als
Standalone-Geräte Möglichkeiten zur Duplikation von CDs bieten.
Mehr Informationen zu den einzelnen Geräten sind im Kapitel CD-Duplizier-
und Printsysteme .
CD-Rewritable (CD-RW) ist eine Technologie, die es erlaubt, ein
Medium wiederholt zu beschreiben. Dies kann bis zu 3000-mal geschehen,
allerdings muss derzeit noch jeweils die ganze CD am Stück gelöscht
werden. Die Laufwerke beschreiben einmalig auch CD-R-Medien.
CD-RW-Medien können in bisher handelsüblichen CD-ROM-Laufwerken
nicht gelesen werden, jedoch besitzen die seit kurzem im Handel
angebotenen CD-ROM-Laufwerke die Multiread-Fähigkeit und können
somit die CD-RWs lesen (zu Kompatibilitäten siehe Tabelle). Nähere
Informationen zu Produkten sind im Kapiteln CD-ROM Subsysteme
zu finden .
Nachdem CD-ROM mit seiner Kapazität lange Zeit als ausreichend
angesehen wurde, entstand auf Druck der Videoindustrie mit DVD
(Digital Versatile Disk, ursprünglich: Digital Video Disk) eine
neue optische Technologie, die die Kapazität der Medien auf 5,2
GB erweiterte. Durch Verwendung der Rückseite und den Einsatz
einer zweiten Datenschicht soll diese Kapazität in Zukunft noch
vervierfacht werden. Erreicht wurde diese Kapazitätserweiterung
durch eine Verringerung der Mindestlänge für Pits und des Track-Abstands
der Windungen. Die DVD-Laufwerke können darüber hinaus alle herkömmlichen
CD-Formate lesen. Seit einiger Zeit sind DVD-R-Laufwerke (Recorder)
auf dem Markt erhältlich. Allerdings verfügen diese bis jetzt
nur über eine Speicherkapazität von 2,6 GB/Seite.
Der Siegeszug der DVD wurde jedoch dadurch unterbrochen, dass
es keinen gemeinsamen Standard gibt. Toshiba, Hitachi und Panasonic
entwickelten das DVD-RAM-Laufwerk mit 2,6 GB Kapazität pro Seite,
wobei dieses mit Caddy arbeitet und erste Laufwerke erhältlich
sind. Sony, Philips und HP dagegen haben ein DVD-RW-Laufwerk entwickelt,
welches 3 GB Kapazität bietet, ohne Caddy arbeitet und zudem in
zukünftigen DVD-Laufwerken gelesen werden kann. Ausserdem können
die DVD-RW-Laufwerke auch die Inhalte von CD-RWs lesen, was DVD-RAM-Laufwerke
nicht können.
Noch ist nicht abzusehen, welcher Standard sich bei der wiederbeschreibbaren
DVD durchsetzen wird.
Magneto-optische Datenspeicherung besitzt als Vertreter der optischen
Speichertechnik diverse Vorteile gegenüber konkurrierenden Technologien.
Magneto-optische Plattenlaufwerke zeichnen kontakt- und verschleissfrei
mittels eines Lasers Daten durch Erhitzen und Anlegen eines Magnetfeldes
auf der MO-Plattenoberfläche auf.
Die Datenträger können doppelseitig beschrieben werden, und das
Lesen der Daten erfolgt durch den reflektierten Laserstrahl. In
diesem sind die Informationen enthalten, die eindeutig die im
Material vorliegende Magnetisierung wiedergibt. Das Beschreiben
der MO geschah bisher sehr langsam. Der Grund dafür war, dass
bei einem Schreibvorgang derselbe Block dreimal bearbeitet wurde:
Beim ersten Vorgang wurde der Block gelöscht, bei der nächsten
Umdrehung wurde der Block geschrieben und bei der darauf folgenden
Umdrehung überprüft. Gegenüber einem Leserequest dauerte also
ein Schreibrequest zwei volle Umdrehungen länger.
In der Zwischenzeit sind auch alle im Handel befindlichen Magneto-optischen
Laufwerke LIMDOW-fähig (Laser Intensity Modulation Direct Overwrite)
und können in diesen Modus umgestellt werden. LIMDOW bedeutet,
dass es nun möglich ist, in einem einzigen Arbeitsgang - ohne
einen zusätzlichen Löschzyklus wie bisher üblich - alte gegen
neue Daten auszutauschen, also eine alte Information mit einer
neuen direkt zu überschreiben. Der Nachteil der geringeren Performance
z. B. gegenüber konventionellen Winchesterplattenlaufwerken, der
bisher das Bild der magneto-optischen Technologie etwas trübte,
hat nun keine Berechtigung mehr. Zusammengefasst stellen sich
die Vorteile dieser Technologien wie folgt dar: Die Datenträger
selbst sind klein, leicht und nicht allzu teuer. Die Laufwerke
können vom Rechner wie ein normales Plattenlaufwerk genutzt werden,
und es ist keine spezielle Filesystem-Software erforderlich. Sinnvolle
Einsatzgebiete für magneto-optische Plattenlaufwerke sind z. B.
solche, bei denen der Datenträger aus dem Rechner entfernt werden
soll (z. B. bei sicherheitskritischen Anwendungen) und die höhere
Performance von Winchesterplatten in Wechselkassetten nicht benötigt
wird bzw. man deren höheren Preis nicht zahlen möchte. Weiter
kann man MO-Platten dort einsetzen, wo auf Backups schnell und
ohne vorheriges Umkopieren auf einen anderen Datenträger zugegriffen
werden soll. MO-Wechsler erlauben hier die Archivierung auch grösserer
Datenmengen. Diese werden allerdings in Zukunft an Bedeutung verlieren,
da CD-RW- und CD-R-Jukeboxen an ihre Stelle treten. Nähere Informationen
zu den einzelnen Produkten finden sich im Kapitel MO-Subsysteme
.
WORM-Platten (Write Once Read Multiple) sind optische Platten,
die nur einmal beschrieben, aber beliebig oft gelesen werden können.
Diese Technologie spielt fast keine Rolle mehr seit der Einführung
von CD-R.
Die CD-ROM hat sich sowohl im Audio- wie auch im Computerbereich
einen festen Platz erkämpft. Durch die Entwicklung der CD-R (einmal
beschreibbar) und neuerdings der CD-RW (mehrfach beschreibbar)
werden sich diese Technologien - sicherlich zu unterschiedlichen
Anteilen - einen Platz im Markt sichern können.
Etwas anders sieht es bei der DVD (Digital Versatile Disk) aus.
Diese Technologie wird unter Umständen die CD-ROM aus einigen
Bereichen verdrängen können, da die Kapazität einer Disk um ein
Vielfaches höher liegt. Parallel zu den Entwicklungen im DVD-Bereich,
wird auch an der Entwicklung einer MO-Video-Platte gearbeitet.
Diese so genannte MO-7 (ASMO) soll über eine Speicherkapazität
von 6,1 GB verfügen. Gleichzeitig brachten Laufwerkhersteller
wie Maxoptix ebenfalls Nachfolgeprodukte auf den Markt, die mit
5,2 GB eine Verdoppelung der momentanen Kapazität erreichten.
Die Entwicklung im optischen Datenspeichermarkt geht zur Zeit
mit grossen Schritten voran. Die OSTA (Optical Storage Technology
Association) hilft bei der Schaffung eines Überblicks über derzeitige
und zukünftige Technologien: www.osta.org
Magnetband-Sicherungslösungen haben Netzwerkverwalter lange Zeit
mit gemischten Gefühlen betrachtet. Aufgrund preiswerter Medien
und wirtschaftlicher Hardware ist die Backup-Technologie auf Magnetbändern
heute finanziell attraktiver als optische oder Festplattenspeicherung.
Zur Backup-Datenspeicherung werden Technologien gezählt, die sequenziell
arbeiten. Es ist nicht - wie bei den Sekundärspeicherlösungen
- möglich, direkt auf Daten zuzugreifen, da die Suche nach Informationsblöcken
in der Reihenfolge stattfindet, in der sie auf den Datenträger
geschrieben wurden.
Das Magnetband ist noch immer das Medium, welches die höchsten
Speicherkapazitäten bietet. Es hat bei den Bandspeichertechnologien
ebenso wie im optischen Speicherbereich Weiterentwicklungen gegeben,
wobei aber die optischen Speichersysteme der rasanten Entwicklung
und dem Wachstum der Datenbestände nicht mithalten konnten, und
Magnetbänder momentan das kostengünstigste Medium zur Sicherung
grösserer Datenmengen darstellen.
Aktuelle, auf dem Markt erhältliche Bandlaufwerke können Datenmengen
bis 70 GB auf einem Tape sichern, wobei sich die angebotenen Technologien
durch das Aufzeichnungsverfahren unterscheiden.
Vorab aber noch einige generelle Erklärungen zu Speicherkapazitäten
und wie diese die für Datenträger angegeben werden:
- Nur bei Verwendung von vorformatierten Datenträgern kann eine
Nettokapazität angegeben werden.
- Die Speicherkapazität hängt sowohl von der zur Verfügung stehenden
beschreibbaren Länge des Bandes als auch der Schreibdichte ab
und wird in der Regel in bits/Inch angegeben. Auch das Aufzeichnungsformat
selbst (Fehlerkorrektur, Filemarks, Steuerzeichen etc.) schmälert
diese Kapazität.
- Bei Laufwerken mit Datenkompression kommt der Kompressionsfaktor
hinzu, der zum einen vom verwendeten Kompressionsalgorithmus und
zum anderen von der Redundanz der zu komprimierenden Daten abhängig
ist.
Die DLT-Technologie (Digital Linear Tape) zeichnet Daten serpentinenartig
linear auf, so dass die Spuren parallel zur Kante des Bandes liegen.
Es werden 1/2"-Magnetbänder in kompakten Kassetten beschrieben.
DLT-Laufwerke bieten zur Zeit im Vergleich zu allen anderen Backup-Technologien
mit die höchsten Speicherkapazitäten auf einer Kassette. Mit dem
DLT4000 können bis zu 40 GB an Daten gespeichert werden, mit dem
DLT7000 bis zu 70 GB und dem DLT8000 sogar bis zu 80 GB. Bisher
wurden die Daten durch zwei im Lese/Schreibkopf angebrachten Kanäle
mit einer Dichte von 62500 bits/Zoll geschrieben, die Transferrate
betrug 3 MB/s. In diesem Format bestand eine Dateneinheit aus
20 4-KB-Blöcken, wobei die einzelnen Datenblöcke mit verschiedenen
Fehlererkennungsverfahren (Parity, Cyclic Redundandcy Check CRC
und Error Detection Check EDC) versehen wurden. Die letzten vier
Blöcke jeder Einheit bestehen aus vier ECC-Blöcken (ECC error
correction check). Beim neuen Verfahren werden die Daten von vier
im Lese/Schreibkopf angebrachten Kanälen mit einer Dichte von
86000 bits per Inch geschrieben, dadurch konnte die Transferrate
auf 5 MB/s erhöht werden. Hier besteht eine Dateneinheit aus 24
4-KB-Blöcken, auch diese werden mit Fehlererkennungsverfahren
versehen. Die letzten fünf Blöcke jeder Einheit sind ECC-Blöcke.
Nach jedem Schreibvorgang führt der DLT-Controller einen Lesetest
durch, die geschriebenen Daten werden mit dem Pufferinhalt verglichen
und im Fehlerfall korrigiert. Diese Sicherheitsmassnahmen garantieren
sehr hohe Datenintegrität.
Ein weiterer Vorteil dieser Technologie liegt darin, dass die
Belastung von Bändern und Leseköpfen gering ist. Dies wird durch
den Einsatz von stationären Magnetköpfen und einer einfachen Bandführung
erreicht. So sind mit DLT-Laufwerken Banddurchläufe von bis zu
500000 Zyklen pro Kassette möglich. Die Bänder DLTtape IV ermöglichen
Banddurchläufe von mehr als 1 Mio. Zyklen durch Einsatz der neuen,
oben beschriebenen Technologie.
Bisher waren DLT-Laufwerke vor allem in der Digitalwelt verbreitet.
Wegen ihrer hohen Zuverlässigkeit, grossen Speicherkapazität und
hohen Datentransferrate setzen sie sich aber auch zunehmend auf
anderen Plattformen durch. DLT-Laufwerke sind auch in Jukeboxen
und Libraries von verschiedenen Herstellern erhältlich und ermöglichen
die Sicherung von sehr grossen Datenbeständen.
Informationen zu Produkten sind im Kapitel DLT-Subsysteme und
in den Kapiteln zu den DLT-Libraries zu finden.
Das 1997 von Sony auf den Markt gebrachte AIT (Advanced Intelligent
Tape) beruht wie das Exabyte auf der 8 mm Helical Scan-Technologie,
ist aber zu dieser - schon durch ein anderes Kassettenformat -
nicht kompatibel. Die maximale Kapazität liegt bei derzeit ca.
130 GB (unkomprimiert bei 50 GB), wobei die Chancen für einen
guten Kompressionsfaktor (ca 2,6) durch einen neuen Algorithmus
(ALDC- Advanced Lossless Data Compression) gestiegen sind. Das
Laufwerk passt ausserdem wie DAT in einen 3,5"-Einbauplatz. Neu
ist ein Selbstreinigungsmechanismus, der die Verwendung von Reinigungstapes
in normalen Arbeitsumgebungen überflüssig macht. Ab Sommer 2001
plant Sony das neue AIT-3 Laufwerk anzubieten. Mit einer neuerlichen
Verdoppelung der Kapazität auf bis zu 100/260GB (komprimiert)
bei Verwendung der 230 m Bändern und einer Transferrate von 11/28,6
MB/s liegt es in der Leistungsklasse von LTO-Laufwerken der ersten
Generation.
Bei schwerwiegenderen Fehlern wird der interne Kopfreiniger automatisch
aktiviert, wobei auch die AME-Medien entscheidend zur Reduzierung
der Reinigungsintervalle beitragen. Eine interessante Neuerung
ist aber auch die mögliche Verwendung eines Memory-Chips (MIC=
Memory in C assette, 16-Kbit bei 25/65 GB Medien, 64-Kbit bei
allen anderen) in den Kassetten. Backup Software kann auf ihm
Informationen speichern, die bei herkömmlichen Technologien nur
am Anfang des Bandes verzeichnet sind. Diese Informationen erlauben
eine Halbierung der durchschnittlichen Suchzeit auf einem Tape,
die dann mit 27 Sekunden angegeben wird.
Inzwischen unterstützen auch alle gängigen Backup-Software-Hersteller
das AIT-Laufwerk mit den oben beschriebenen Features. Nähere Informationen
sind im Kapitel Backup-Software zu finden.
Sehr hohe Datendichten werden mit Magnetbandgeräten aus dem Audio-
und Videobereich, die das Helical-Scan-Verfahren verwenden, erreicht.
Rotierende Kopftrommeln zeichnen die Daten dabei in schräg zur
Laufrichtung des Bandes liegenden Spuren auf. Diese Spuren können
mit einer hohen Datendichte beschrieben werden. Geräte, die auf
dieser Technologie basieren und die auf die besonderen Bedürfnisse
der Datensicherung angepasst wurden, haben grosse Marktanteile
im Bereich der Backup-Laufwerke erobert. Die Exabyte-Laufwerke
sind aus der Video8-Technik hervorgegangen und wurden speziell
für den Einsatz als Backup-Geräte verbessert. Dabei wurde die
Aufzeichnungstechnik verfeinert. Bei den Datenmengen, die mit
diesen Laufwerken auf einer Kassette gesichert werden können (maximal
40 GB beim Exabyte Mammoth mit 170 m Band), sinkt der Datenträgerpreis
pro GB, und auch der Platzbedarf einer Kassette ist minimal. Versand
und Lagerung sind unproblematisch. Selbst Langzeitarchivierung
ist mit Kassetten der neuesten Generation kein Problem. Die Hersteller
(Exabyte, Sony) garantieren eine Archivierungszeit von 10 Jahren.
Nähere Informationen zu Produkten finden sich im Kapitel Exabyte-Subsysteme
.
Auch die DAT-Technologie ging aus dem Einsatz von digitalen Aufzeichnungsverfahren
im Audiobereich hervor und zeichnet Daten im Helical-Scan-Verfahren
auf ein Magnetband auf. Dieses ist jedoch im Vergleich zu Exabyte-Bändern
(8 mm) nur 4 mm breit, und im Laufwerk selbst beträgt der Umschlingungswinkel
des Bandes um die Kopftrommel nur 90 Grad im Vergleich zur Exabyte-Technologie,
bei der der Umschlingungswinkel 112 Grad beträgt und somit das
Band wie auch den Kopf des Laufwerks stärker belastet. Das DDS-Format
(Digital Data Storage) wurde von HP und Sony entwickelt und hat
sich als Standard durchgesetzt. Die Entwicklungen im DAT-Bereich
profitieren vom Wettbewerb unterschiedlicher Hersteller. Laufwerke
entsprechend dem DDS-2 Standard speichern bis zu 8 GB (120 m Band)
und erreichen Datentransferraten von bis zu 1 MB/s. Die Angabe
von 8 GB Speicherkapazität stellt einen typischerweise mit Datenkompression
(2:1) zu erreichenden Wert dar. Theoretisch könnten mit diesen
Laufwerken bis zu 16 GB Daten gespeichert werden. In der Praxis
erweisen sich diese rechnerisch ermittelten Maximalwerte aber
als nicht realistisch. Laufwerke, die im DDS-3-Format aufzeichnen,
können mit einer Datentransferrate von 2 MB/s bis zu 24 GB auf
einem 125 m Band aufzeichnen. Der DDS-4-Standard bietet mit Kompression
Kapazitäten von bis zu 40 GB (150 m Band) bei einer Datentransferrate
von bis zu 6 MB/s. Die Schreib- und Lesekompatibilität zu DDS-2
und DDS-3 ist gewährleistet. Die DDS-3-Laufwerke verfügen über
spezielle Features, die wesentliche Voraussetzungen für eine fehlerlose
Sicherung darstellen. Eine wesentliche Fehlerquelle ist die Verschmutzung
der Kopftrommel. Der eingebaute Head Cleaner sorgt in 15-minütigem
Abstand automatisch für die Reinigung der Köpfe. In Kombination
mit einem Reinigungsband wird die Funktion des Laufwerks über
Jahre gewährleistet. Ist jedoch z. B. ein eingesetztes Band beschädigt,
zu alt und nicht mehr zu gebrauchen oder ein Reinigungsband defekt,
erhält der Netzwerkadministrator sofort eine Meldung. Dieses Feature
heisst TapeAlert und ist eine neue von HP entwickelte Firmware,
die Probleme bei Datenträgern netzwerkweit diagnostiziert. Ausserdem
überwacht TapeAlert permanent den Zustand des Laufwerks und der
Medien während des Backups. Mit Hilfe der Time Tracking Funktion
wird der Lesekopf immer an der Mitte der Datenspur ausgerichtet.
Dadurch wird gewährleistet, dass auch Bänder, die mit DAT-Laufwerken
anderer Hersteller beschrieben wurden, zuverlässig gelesen werden
können.
Ein neues Feature bei HP DAT-Laufwerken ist das One Button Disaster
Recovery. Mittels geeigneter Software können bootfähige Kassetten
erzeugt werden, mit welchen dann in Notfall das System ohne zusätzliche
Floppies oder CD-ROMs wieder hergestellt werden kann.
Nähere Beschreibungen der Laufwerke und Bänder sind im Kapitel
DAT-Subsysteme zu finden.
Stacker/Jukeboxen
Sowohl für DLT-, AIT-, Exabyte- als auch für DAT-Laufwerke gibt
es automatische Kassettenwechsler. Die einfacheren Modelle erlauben
nur ein sequenzielles Wechseln der Kassetten. Die teureren Random-Access-Modelle
benötigen normalerweise spezielle Software zum Betrieb der so
genannten Jukeboxen. Die kleinsten Jukeboxen bzw. Kassettenwechsler
sind für sechs Kassetten geeignet, die grösseren Modelle können
über 100 Kassetten aufnehmen. Mit solchen Jukeboxen können ohne
Operatoreingriff Daten gesichert werden. Die Exabyte-Stacker gibt
es z. B. mit einem oder mit zwei Laufwerken zum Wechseln von bis
zu 80 Kassetten. Ein grosser Stacker mit 80 Kassetten und dem
neuen Mammoth-Laufwerk kann mit Kompression bis zu 3,2 Terabyte
(3200 GB) speichern. DLT-Libraries von Overland Data sind "echt
skalierbar" und können je nach Bedarf von einem Laufwerk und 10
Tapes auf über 120 Tapes und 8 DLT-Laufwerke aufgerüstet werden.
Alle angegebenen Grössen bezüglich Speicherkapazität und Datentransferrate
sind immer rechnerische Grössen, da die meisten Laufwerke mit
Datenkompression arbeiten. Nähere Informationen zu den Produkten
finden sich in den Kapiteln DLT-Libraries , Exabyte 8 mm Tape-Libraries
und DAT-Subsysteme .
Kassetten
Es empfiehlt sich, ausschliesslich solche Kassetten einzusetzen,
die zur Datensicherung hergestellt wurden. Diese Kassetten sind
z. B. mit dem DDS-Siegel bei DAT-Laufwerken und bei Exabyte-Laufwerken
mit dem D-Eight-Siegel gekennzeichnet.
Wie bei allen Magnetbandlaufwerken sollten die Schreib/Leseköpfe
regelmässig gereinigt werden. Allerdings sollten nur die vom Hersteller
empfohlenen Reinigungskits verwendet werden. Nicht geeignete Reinigungsbänder
können eine Beschädigung der Mechanik zur Folge haben. Empfohlen
wird meistens, einen Reinigungsvorgang nach 30 GB bzw. mindestens
einmal im Monat vorzunehmen. Beschreibungen und Hinweise zu Produkten
finden sich im Kapitel Datenträger .
Die 1/4"-Kassetten werden beim serpentinenförmigen Aufzeichnungsverfahren
mit hoher Geschwindigkeit in mehreren Durchläufen auf jeweils
einer Spur parallel zum Rand des Magnetbandes beschrieben. Diese
Serpentine muss auch beim Lesen der Daten durchlaufen werden.
1/4"-Magnetbandkassetten-Laufwerke arbeiten im standardisierten
QIC-Format (Quarter Inch Cartridge) und zeichnen im Streaming-Mode
auf. Ist die Übertragungsgeschwindigkeit eines Systems grösser
als die Aufzeichnungsrate des Streamers, wird das Magnetband ohne
Lücken beschrieben (streaming) und voll ausgenutzt. Ist der Datenpuffer
des Streamers leer, fordert er vom System weitere Daten an.
Um das Band auch bei Systemen mit langsamerer Transferrate voll
auszunutzen, wird es bei einer Datenpause abgebremst und an das
Aufzeichnungsende zurückgesetzt. Der nächste Datenblock kann so
ohne Lücke aufgezeichnet werden.
Ein Vorteil der QIC-Technologie gegenüber dem Helical-Scan-Verfahren
ist, dass das Tape immer in seiner Cartridge bleibt und dadurch
bei weitem länger hält.
1/2"-Magnetbandlaufwerke sind heute eigentlich veraltet, werden
aber wegen ihrer weiten Verbreitung weiterverwendet, insbesondere
für den Datenaustausch mit Mainframes. In der Zukunft werden sie
jedoch sicher an Bedeutung verlieren, da neuere Entwicklungen
mit wesentlich kleineren und kostengünstigeren Datenträgern zur
Verfügung stehen. Ein 1/2"-Magnetband wird in der Regel mit neun
Spuren beschrieben. Auf einer grossen Magnetspule (730 m) lassen
sich bei einer Schreibdichte von 800 bpi 23 MB, bei 1600 bpi 46
MB, bei 3200 bpi 92 MB und bei 6250 bpi 180 MB speichern. Diese
Speicherkapazitäten sind im Vergleich zu anderen Magnetbandkassetten-Systemen,
die auf einer Kassette 10 GB und mehr speichern können, eher bescheiden.
Nachteil, neben der geringen Kapazität, sind die bei 1/2"-Laufwerken
langen Backup- und Restore-Zeiten und der grosse Platzbedarf des
Magnetbandlaufwerkes und der Magnetbänder.
Die Linear-Tape-Open-Technologie (LTO) wurde von Seagate, HP und
IBM entwickelt. Diese Hersteller werden auch die Ersten sein,
die entsprechende Laufwerke anbieten werden. Zahllose andere Hersteller
haben diese Technologie bereits lizenziert und werden ebenfalls
entsprechende Laufwerke anbieten. Aufgrund der breiten Herstellerunterstützung
dürfte sich LTO sehr schnell am Markt durchsetzen. Das Kernstück
des LTO-Aufzeichnungsformats besteht aus mehreren linearen Kanälen,
die serpentinenartig verlaufen. Die Daten werden in Spuren ge-
schrieben, welche die gesamte Länge des Bandes beanspruchen. Es
gibt zwei verschiedene Medien: Das Accelis-Format wurde für schnelle
Zugriffe definiert. Das Accelis Format benutzt zwei Bandrollen
und beginnt in der Mitte des Bandes, auf Daten zuzugreifen, um
die Zugriffszeit minimal zu halten. Dadurch ist der Weg zum Anfang
bzw. Ende des Bandes gleich. Der Vorteil dieses Prinzips kommt
vor allem beim Schreiben oder Lesen von Teilen der Daten zum Tragen,
beim Schreiben oder Lesen des kompletten Bandes ergibt sich kein
Vorteil. Eine typische Anwendung ist HSM (Hirarchical Storage
Management), wo sehr häufig nur einzelne Dateien vom Band gelesen
werden müssen. Beim Accelis-Format werden 256 Spuren in zwei Datenbereiche
eingeteilt. Die erste Generation wird mit Datenkompression eine
Kapazität von 50 GB mit einer Datentransferrate von maximal 40
MB/s bieten.
Das Ultrium-Format hingegen ist das optimale Medium für hohe Kapazitäten
und einer hervorragender Betriebssicherheit in einem automatisierten
oder stand-alone Umfeld; es verfügt über eine hervorragende Betriebssicherheit.
Das Ultrium-Medium enthält eine Bandrolle und ist ideal für Backup-,
Restore- und Archivierungprogramme. Das Ultrium-Format teilt 384
Spuren in vier Datenbereiche auf. Zwischen den Datenbereichen
liegen die Servospuren für die Kopfpositionierung. Das Band wird
serpetinenförmig mit jeweils acht Spuren parallel beschrieben.
Die Daten werden von innen nach aussen geschrieben, da die inneren
Datenbereiche physikalisch am Besten geschützt sind. Die erste
Generation wird mit Datenkompression eine Kapazität von 200 GB
mit einer Datentransferrate von maximal 40 MB/s bieten. Beide
Kassettentypen enthalten ein kontaktloses Cartridge Memory (LTO-CM)
mit 4 KB, in welchem Hersteller- und Benutzerinformationen abgespeichert
werden. Für das Lesen bzw. Schreiben der Benutzerinformationen
ist eine Unterstützung durch die Backsoftware notwendig.
Die ADR-Technologie (Advanced Digital Recording) wurde von Philips
entwickelt und kommt in den Laufwerken von OnStream zum Einsatz.
Die Daten werden in acht Spuren parallel aufgezeichnet. Zur genauen
Positionierung des Kopfes befinden sich zwischen den Datenspuren
Servoinformationen. Diese Servoinformationen dienen gleichzeitig
dazu, schlechte Bandstellen zu erkennen. ADR-Laufwerke haben eine
variable Datenübertragunsrate von 0.5 bis 2 MB/s. Dadurch passt
sich das Laufwerk der Datenrate des Systems an, und zeitintensive
Neupositionierungen des Bandes können weitgehend vermieden werden.
ADR-Laufwerke bieten mit Kompression eine Kapazität von bis zu
50 GB pro Kassette mit einer maximalen Datenübertragungsrate von
4 MB/s.
Bei geringen Datenmengen und nicht zeitkritischer Sicherung sollte
man eines der preiswerten Streamer-Produkte einsetzen. Sofern
ein Helical-Scan-Laufwerk verwendet werden soll, stellt sich bei
der Neubeschaffung eines Backupsystems automatisch die Frage,
ob DAT, Exabyte oder AIT angeschafft werden soll. Folgende Überlegungen
sollten angestellt werden: Die Datentransferrate ist bei der neuesten
Generation dieser Laufwerke etwa gleich. Dazu kommt, dass die
Leistung von Rechner und Controller, die die Daten an das Bandlaufwerk
schicken, mehr Einfluss auf die Performance hat als das Bandlaufwerk
selbst. In vielen Fällen sind Plattenzugriffe und die CPU-Leistung
eines Rechners, auf dem die Datensicherung läuft, der limitierende
Faktor und nicht die Geschwindigkeit des Backuplaufwerks selbst.
Mit einem Exabyte-Laufwerk lassen sich mit ca. 150 GB (EXB-MAMMOTH2)
auf einer Kassette mehr Daten speichern als mit einem DAT-Laufwerk.
Das leistungsfähigste DAT-Laufwerk speichert 40 GB Daten auf einem
Band. Bis zu 130 GB an Daten hingegen können mit einem AIT2-Laufwerk
gesichert werden. Ein Vorteil der DAT-Technologie gegenüber der
Exabyte- und AIT-Technologie ist die geringere Kopfumschlingung
des Bandes (90 Grad bei DAT gegenüber 112 Grad bei Video8), was
eine geringere Bandbelastung zur Folge hat und eine einfachere
Mechanik zulässt. Mit einem DAT-Laufwerk können dank schnellerer
Bandgeschwindigkeit und einer anderen Technik der Bandmarkierung
Files auf dem Band im Suchmodus bis zu fünfmal schneller (40 Sekunden)
gefunden werden als mit einem Exabyte-Laufwerk. Und wer wirklich
Wert auf schnelle Suchzeiten legt, ist am besten mit einem AIT-Laufwerk
bedient, welches nur noch 27 Sekunden benötigt, um ein File zu
finden.
Sollen Backups mit grossen Datenmengen von einem einzelnen System
durchgeführt werden, bieten die DLT- oder LTO-Laufwerke eine robuste
und schnelle Lösung. Für die Datensicherung mit Archivierung sind
optische und magnetische Platten zu empfehlen. In einem Netzwerk
ist der Einsatz des Backup-Laufwerks im Server selbst sinnvoll.
Ausreichende Kapazität vorausgesetzt, können die Daten aller lokalen
Rechner zentral gesichert werden, am besten nachts. Gute Backupsoftware
leistet hier grosse Dienste. Für grössere Netze und Datenbestände
eignen sich Backup-Systeme mit Wechslern. Damit lassen sich auch
grosse Datenmengen weitgehend automatisch sichern und auch wieder
zurückspeichern. Voraussetzung ist natürlich in beiden Fällen
eine zuverlässige Backupsoftware.
Wachsende Datenmengen und ein immer kleiner werdendes Zeitfenster
für ein Backup kennzeichnen einen Teil der Anforderungen an die
Backup-Technologie. Höhere Kapazitäten pro Band und immer schnellere
Datentransferraten und Zugriffszeiten stehen im Vordergrund aller
Neuentwicklungen. Bei Unternehmen mit sehr hohen Datenmengen liegt
die Entscheidung beim Anwender, ob er eine Library mit einem oder
mehreren von den oben beschriebenen Laufwerken, die parallel Daten
aufzeichnen, bevorzugt oder einem schnellen High-Speed-Device,
wie z. B. dem neu entwickelten LTO Accelis-Format den Vortritt
gibt. Letzteres sichert mit einer Datentransferrate von 40 MB/s
Datenmengen bis 50 GB (komprimiert). Es wird auch in näherer Zukunft
Neuentwicklungen im Bereich der Backup-Datenspeicher geben. Dabei
kann es sich um Erweiterungen der Kapazität, der Datentransferraten
oder um eine komplett neue Technologieentwicklung handeln. Ein
Stillstand wird nicht eintreten, da die wachsenden Datenmengen
diese Entwicklungen fordern.
Ein Backup ist aufgrund des nicht ausschliessbaren Datenverlusts
(menschliches Versagen, technisches Versagen, Sabotage oder Viren)
unverzichtbar. Es ist zwar möglich, ein Backup ohne unterstützende
Software zu fahren, jedoch ist dies bei grösseren Datenmengen
und bei Einsatz von Libraries fast nicht mehr realisierbar. Entsprechende
Backup-Softwarepakete erleichtern den täglichen Backup und bieten
viele Tools an, die auch eine sinnvolle Verwaltung der zu speichernden
und gespeicherten Daten möglich machen (Archivierung und HSM).
Aus den geforderten Entwicklungen bei den Datenspeichern selbst
resultiert auch eine ständige Überarbeitung und Erweiterung der
unterschiedlichen Backup-Softwarepakete.
Der Bedarf an Speicherkapazität wächst schneller als die Kapazität
einzelner Medien. Da die Beschaffung von immer mehr Festplatten
die Kosten explodieren lässt, muss immer mehr auf Archivierung
- die Auslagerung von Daten auf preiswertere, aber langsamere
Medien - zurückgegriffen werden. Dies führt andererseits zu einem
hohen Administrationsaufwand.
HSM-Software (Hierarchical Storage Management) ist in der Lage,
diese Administration selbständig zu leisten. Aufgrund von vorgegebenen
Parametern wie Häufigkeit des Zugriffs, Filegrösse, Alter etc.
werden Dateien gewichtet und nach Bedarf ausgelagert auf immer
preiswertere/langsamere Medien, beispielsweise von Festplatten
auf MO-Wechsler, von dort auf Tape-Libraries und weiter auf extern
gelagerte Bänder. Im letzteren Fall wird bei Bedarf der Systemadministrator
angewiesen, das entsprechende Band einzulegen. Ein virtuelles
Filesystem zeigt dem Anwender immer alle Dateien an, sowohl die
tatsächlich auf der Festplatte vorhandenen als auch die ausgelagerten.
Die virtuelle Kapazität ist dadurch unendlich. Beim Öffnen einer
Datei wird diese zuerst auf die Festplatte zurückgeschrieben.
Der Anwender bemerkt lediglich die entsprechend langsamere Zugriffszeit.
Mag diese langsamere Zugriffszeit manchen Anwender erschrecken
- im schlimmsten Fall der Auslagerung auf externe Medien kann
die Wartezeit eine halbe Stunde und mehr betragen - so mag der
Überlegung trösten, dass auf 80 % aller Daten weniger als einmal
pro Monat zugegriffen wird. Nicht einmal 5 % aller Daten werden
öfter als einmal pro Woche verwendet.
Die Befriedigung des ständig wachsenden Speicherbedarfs in PC-
und Workstationnetzen erfordert den Einsatz von immer mehr Fileservern.
Früher bedeutete das den Ankauf weiterer PCs und Workstations.
Viel einfacher und auch preisgünstiger ist der Einsatz von Technologien,
die als Network Attached Storage bezeichnet werden. Hier wird
- ähnlich einem Communication- oder Printserver - ein Netzwerkdevice
speziell für eine einzige Aufgabe konstruiert, in diesem Fall
für den Zugriff auf Speichermedien wie Festplatten und CD-ROM.
Die Vorteile dieser Technologie liegen auf der Hand:
Vereinfachung der Installation: Da der Netzwerk-Storage-Server
nur als Fileserver arbeitet, beschränkt sich die Verwaltung auf
das Setzen von Netzwerkadressen und die Freigabe des Speicherplatzes
für die Anwender. Dieser steht dann sofort allen autorisierten
Benutzern im Netzwerk zur Verfügung. Vereinfachung der Pflege:
Da die Storage-Server mit standardisierten Protokollen arbeiten,
gibt es keinen Aufwand beim Versionswechsel von Betriebssystemen.
Einfache Upgrades und Änderungen der Konfiguration: Durch den
Einsatz weiterer Storage-Server kann der Speicherplatz problemlos
erweitert oder umkonfiguriert werden. Flexibilität: Netzwerk-Storage-Server
sind durch ihre Protokollvielfalt oft auch ideal für gemischte
Netze, die beispielsweise zum Teil unter Windows NT laufen, zum
Teil unter Unix oder gar NetWare.
Alle Daten sind in jeder der definierten Betriebssystemumgebungen
verfügbar, als ob sie auf einem entsprechenden Server im Netz
liegen würden. Der Zugriff auf die Daten erfolgt dabei mit den
jeweils plattformtypischen Verfahren. Aus Anwendersicht sind alle
Dateien dann verfügbar wie auf einem Fileserver des eigenen Betriebssystems.
Nähere Informationen zu den Produkten sind im Kapitel transtec
3800 Netzwerk-Storage-Server